Covid-19 mit erhöhtem Diabetesrisiko bei Heranwachsenden in Verbindung gebracht

Eine umfangreiche amerikanische Untersuchung legt nahe, dass Heranwachsende in der Folge einer Coronaerkrankung im Vergleich zu nicht erkrankten Gleichaltrigen ein erhöhtes Risiko haben, Diabetes Typ 1 oder 2 zu entwickeln. Ähnliche Beobachtungen gab es bereits bei Erwachsenen.

„Durch COVID-19 könnten die Pankreaszellen angegriffen werden. Der körperliche Stress kann bei Infektionen schädliche Veränderungen des Glukosestoffwechsels bedingen“, erläutert Dr. Herman Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), eine der Vermutungen der amerikanischen Experten. Diese empfehlen, dass Eltern bei ihren Kindern und Jugendlichen die Monate nach einer COVID-19-Infektion beim Kinder- und Jugendarzt überprüfen lassen sollten, ob sich eine Zuckererkrankung abzeichnet. Unklar sei den amerikanischen Experten zufolge noch, ob die Zuckererkrankung nur eine vorübergehende Erscheinung ist.

Kinder, die mit COVID-19 erkrankt waren, hatten der Studie zufolge ein um 116% erhöhtes Risiko, Diabetes zu entwickeln, wenn sie mit gleichaltrigen Kindern verglichen wurden, die vor der Pandemie eine Atemwegserkrankung durchgemacht hatten. „Dies ist ein weiterer Grund, der dafür spricht, Kinder und Jugendliche, für die ein Coronaimpfstoff zugelassen ist, durch eine Impfung vor Corona zu schützen“, ergänzt Dr. Kahl. Da das Coronavirus verschiedene Organsysteme angreifen kann, ist noch wenig über die möglichen Folgen bekannt.

Kindgerecht auf Impfung vorbereiten

Die meisten Kinder haben Angst vor allem, was spitz aussieht. „Ehrlichkeit hilft, um Kinder auf die Impfung vorzubereiten, aber Kinder brauchen nicht immer jedes Detail zu wissen. Ein dreijähriges Kind versteht, dass es kurz schmerzt, aber dafür die Impfung vor einer Krankheit schützt. Älteren Kindern können Eltern erklären, wie Impfstoffe funktionieren, wie sie helfen und warum sie nötig sind", empfiehlt Dr. Kahl. Bei sehr ängstlichen kleineren Kindern kann es sinnvoll sein, es relativ kurzfristig zuvor zu informieren, damit es seine Angst nicht ‚ausbauen‘ kann. Wenn Kinder wissen, dass auch Eltern die Impfung ohne Probleme erhalten haben, kann dies hilfreich sein.

Quellen: Children's Hospital Los Angeles/newswise, MMWR, MedpageToday
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08.02.2022 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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