Das ist zu tun, wenn ein Kind umkippt

Ärzte sprechen dann von einer Synkope. Die ist meist harmlos, sagt der Kinderkardiologe Prof. Herbert E. Ulmer vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Dahinter stecke in der Regel eine kurzfristige Störung des Herz-Kreislauf-Systems.

Kippt ein Kind um, sollten Umstehende dafür sorgen, dass es dabei nicht stürzt. Man legt das Kind auf den Rücken und hebt die Beine gestreckt an. Kleidung kann man etwas lockern, in geschlossenen Räumen hilft es der Herzstiftung zufolge, ein Fenster zu öffnen.

„Während der Synkope dürfen Eltern dem Kind auf keinen Fall etwas zu trinken geben“, warnt Ulmer. Sonst könnte es sich verschlucken. „Wenn es wieder wach ist, braucht es dagegen meist viel Flüssigkeit“, so der Kinderkardiologe.

Ein Notarzt sollte unter der Nummer 112 herbeigerufen werden, wenn das Kind nicht nach zwei Minuten wieder ansprechbar ist, wenn sein Herz rast oder nur noch langsam schlägt, wenn es anhaltend krampft oder offensichtlich schlecht Luft bekommt. Auch wenn das Kind einen bekannten Herzfehler hat, sollte ein Arzt kommen.

Eine Synkope wird häufig durch zu langes Stehen, zu wenig Flüssigkeit oder zu wenig Schlaf ausgelöst. Das Gehirn wird dann kurzzeitig nicht mehr gut genug durchblutet, und die Muskelspannung geht verloren. 40% aller Synkopen betreffen Kinder und Jugendliche.

Kostenloser Ratgeber

Der kostenfreie Ratgeber „Synkopen bei Kindern und Jugendlichen“ kann bei der Herzstiftung per Telefon unter +49 69 955128400 und per  E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de angefordert werden.

Quelle: dpa, Deutsche Herzstiftung

13.04.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
| |