Einige Teenager brauchen weniger Schlaf als andere

Schlafstörungen tragen bei Jugendlichen zu einer Reihe von psychischen Problemen bei, erklärten die Wissenschaftler um Professor Andrew J. Fuligni von der University of California, Los Angeles (UCLA) in einer Pressemitteilung der Universität. Doch sei unklar, ob einige Jugendliche mehr oder weniger schlafen müssten als andere, um gesund zu sein und Bestleistung bringen zu können.

8 bis 11 Stunden sind für die meisten Jugendlichen optimal

Im „Journal of Clinical Child and Adolescent Psychology“ berichten Fuligni und seine Kollegen, dass es beim Schlafbedarf zwischen Jugendlichen Unterschiede gibt. Nicht alle benötigen gleich viel Schlaf, um eine gute Stimmung zu haben. Einige wenige Teenager sind auch mit weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht leistungsfähig. Mehr als 11 Stunden ist aber für die überwiegende Mehrheit der Jugendlichen auch nicht optimal. Die meisten Jugendlichen brauchen 8 bis 10 Stunden Schlaf, fanden die Forscher heraus.

"Diese Studie trägt zur empirischen Grundlage für die Empfehlungen der Schlafdauer für Jugendliche bei", so Studienleiter Fuligni. "Anstatt nur zu sagen, ‚mehr Schlaf ist besser‘ und ‚jeder sollte mehr schlafen‘, wollten wir mehr über das individuelle Schlafbedürfnis erfahren."

Um die Beziehung zwischen der Schlafdauer und der Stimmung tagsüber zu studieren, rekrutierten die Forscher 419 Neun- und Zehntklässler aus Los Angeles. 14 Tage lang vervollständigten die Jugendlichen tägliche Checklisten über drei Seiten vor dem Schlafengehen. Sie beantworteten Fragen über den Schlaf in der letzten Nacht und die Stimmung des darauffolgenden Tages. Um eine genaue, tägliche Berichterstattung zu fördern, sollten die Teens die Checklisten täglich versiegeln und mit einem elektronischen Zeitstempel versehen. Für das richtige Ausfüllen und Abgeben der Checklisten wurden den Teenagern Kinokarten angeboten.

Es stellte sich heraus, dass jüngere Heranwachsende und diejenigen, die häufiger Anzeichen von Angst oder depressiven Symptomen an den Tag legten, wie z.B. Weinen, häufige Sorgen und Müdigkeit, über eine bessere Stimmung berichteteten, wenn sie mehr geschlafen hatten. Ältere Jugendliche und denen mit weniger Symptomen benötigten dafür weniger Schlaf. Die Experten vermuten deshalb, dass jüngeren Jugendliche und diejenigen, die klinisch signifikante Ausmaße von Angst oder depressiven Symptomen angaben, mehr Schlaf benötigen, um ihre volle Leistungskraft zu erreichen.

"Als Gesellschaft unterschätzen wir, wieviel Schlaf Kinder - besonders Jugendliche - brauchen", ergänzte Fuligni. "Sie haben viel Stress und schlafen weniger, und einige Jugendliche opfern ihren Schlaf, um den Anforderungen der Schule und anderer Aktivitäten gerecht zu werden."

Quelle: UCLA, Journal of Clinical Child and Adolescent Psychology



06.11.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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