Früher Schuleintritt kann sich negativ auf Kind auswirken

Englische Wissenschaftler um Anna Price von der University of Exeter Medical School beobachteten mehr als 2.000 Kinder in über 80 Grundschulen in Devon. Dabei stellten sie fest, dass Schüler, die vorzeitig in die erste Klasse kamen, eher eine schlechtere psychische Gesundheit entwickelten.

Insgesamt war der Effekt zwar klein, aber die Forscher glauben, dass der zusätzliche Stress, sich mit älteren Kindern messen zu müssen, für entsprechend veranlagte Kinder das Blatt zum Negativen wenden könnte, wie zum Beispiel für Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Kinder, die Frühgeborene waren. Denn dies ist für sie auch eine psychische Herausforderung.

Die Studie wurde in der Zeitschrift „Child: health, care and development“ veröffentlicht. Sie könnte die Entscheidung der Eltern evtl. beeinflussen, ob sie den Schuleintritt ihres Kindes noch verschieben sollten, so die Autoren. Die Erkenntnisse könnten Lehrer auch aufmerksam gegenüber jüngeren Kinder in ihrer Klasse werden lassen, insbesondere wenn letztere zusätzliche Bedürfnissen haben.

Anna Price war motiviert, sich mit dem Thema zu befassen, nachdem sie ihren eigenen im April geborenen Sohn zu Hause lernen ließ, weil sie ihn nicht im Alter von fünf Jahren in die erste Klasse gehen lassen wollte – vor allem vor dem Hintergrund, dass er bereits Lernschwierigkeiten zeigte. Sie sagte: "Mit diesem großen Datensatz war es mir möglich zu erforschen, was es für jüngere Kinder in der Praxis bedeutet, vorzeitig mit der Schule zu starten. Wir haben festgestellt, dass Kinder, die jünger begonnen haben, ein etwas schlechteres Wohlbefinden zeigten - aber dieser Effekt war sehr klein. Und unwahrscheinlich ist dieser Unterschied für die meisten zu meistern. Unsere Ergebnisse können Eltern und Lehrer dabei helfen, eine Lösung zu finden, die das Kind am besten unterstützt."

Die Wissenschaftler erforschten auch die Auswirkungen des vorzeitigen Schulstarts auf die Zufriedenheit und das Verhalten des Kindes. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten konnten sie keine erheblichen Auswirkungen auf beide Faktoren finden. Die Die Experten ergänzten, dass die an der Untersuchung beteiligten Schulen die Kinder vor Ort gut förderten, wie z. B. durch kleine Lerngruppen, was vielleicht dazu beigetragen hat, die Zufriedenheit bzw. das Glücklichsein und Verhalten der Kinder insgesamt zu verbessern.

Quelle: ScienceDaily, University of Exeter, Child: health, care and development




26.07.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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