Grippeimpfung schützt vor Komplikationen und Krankenhausaufenthalten durch Influenza

Kinder, die gegen Influenza geimpft sind, haben ein deutlich geringeres Risiko, ernsthafte Komplikationen durch das Influenzavirus zu entwickeln und deshalb ins Krankenhaus zu müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle kanadische Studie des Public Health Ontario (PHO) und des Instituts für klinische Evaluationswissenschaften (ICES: Institute for Clinical Evaluative Sciences).

Kanadische Forscher berichten in der Fachzeitschrift PLOS ONE vom 17. November, dass bei Kindern, die vollständig gegen Grippe geimpft worden waren, das Risiko eines Krankenhausaufenthalts aufgrund von Influenza-Infektionen insgesamt um 60% reduziert war. Selbst für Kinder, die nur teilweise gegen Influenza geimpft worden waren (d.h. diejenigen, die während ihrer ersten Grippesaison nur einmal gegen Influenza geimpft worden waren), sank das Risiko eines Krankenhausaufenthalts aufgrund von Influenza um 39%. Auch das Robert Koch-Institut empfiehlt, Kinder unter 9 Jahren (auch abhängig vom Impfstoff), die zum ersten Mal im Leben gegen Influenza geimpft werden, sollen zwei Impfstoffdosen im Abstand von 4 Wochen zu verabreichen.
"Influenza kann vor allem bei kleinen Kindern zu schweren Erkrankungen führen, aber bisher gab es wenig Forschungsarbeiten, die die Wirksamkeit des Influenza-Impfstoffs untersucht hatten, d.h., ob Kinder krank werden und deshalb ins Krankenhaus müssen", erklärte Dr. Jeff Kwong, der auch Studienleiter war.

"Diese Studie schließt diese Lücke, indem sie zeigt, wie wirksam der Grippeimpfstoff Kinder vor ernsten Komplikationen durch eine Influenzaerkrankung schützen kann", fügte Dr. Kwong hinzu.
Die Forscher untersuchten fast 10.000 Ontario-Krankenhausakten von Kindern im Alter von sechs Monaten bis unter fünf Jahren, die auf Influenza getestet worden waren; bei 12,8% bestätigte das Labor eine Grippeinfektion. Die Wissenschaftler nahmen vier Grippesaisons unter die Lupe: - 2010/11 bis 2013/14. Sie verglichen mithilfe der vorliegenden Daten Kinder, die vollständig geimpft worden waren, mit teilweise geimpften Kindern und mit Kindern, die nicht immunisiert worden waren. Sie untersuchten auch, ob es Unterschiede in den einzelnen Altersgruppen gab und ob die zirkulierenden Influenza-Stämme in einer Saison für Abweichungen sorgten.

Das Ergebnis: Insgesamt verringerte sich für voll geimpfte Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren das Risiko einer Hospitalisierung aufgrund von Influenza um 67%, während diejenigen im Alter von sechs bis 23 Monaten ein um 48% geringeres Risiko hatten.

Quelle: ScienceDaily, Public Health Ontario, PLOS ONE



11.02.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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