Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Infizierte sollten nicht in die Nähe von Neugeborenen

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung (Enteroviren), die gehäuft im Spätsommer und Herbst auftritt. Überwiegend erkranken Kindern bis zu zehn Jahren.

„Da Neugeborene vor allem in den ersten zwei Lebenswochen bei einer Ansteckung schwer erkranken können, sollten Infizierte fernbleiben. Kontaktpersonen von Virusträgern sollten auf besonders gute Hygiene achten, d.h. regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen, reinigen der Türgriffe und des Spielzeugs und anderer Oberflächen, die mit erregerhaltigen Material verunreinigt sein können. Natürlich sollte auch kein Besteck oder Geschirr mit Erkrankten geteilt werden“, rät Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch Schwangere sollten sich zurückhalten. Denn wenn die Mutter kurz vor der Niederkunft erkrankt, kann sie das Neugeborene anstecken, was für den Säugling gefährlich werden kann. Die Übertragung der relativ unempfindlichen Viren erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, wie Nasen- und Rachensekret, aber auch durch minimale Stuhlspuren (fäkal-oral). Über den Stuhl können die Erreger noch mehrere Wochen nach Abklingen der Beschwerden ausgeschieden werden.

Hat sich ein Kind angesteckt, entwickelt es normalerweise Fieber, hat wenig Appetit und leidet unter Halsschmerzen. Nach ein bis zwei Tagen bilden sich dann Bläschen an den Handinnenflächen, auf den Fußsohlen (aber auch Beinen), um den Mund herum und auf der Schleimhaut von Zunge, Gaumen und Wangen. Die Flüssigkeit in den Bläschen ist virushaltig und kann zu einer Übertragung der Krankheit führen. Die kleinen Geschwüre im Mundraum können sehr schmerzhaft sein. In sehr seltenen Fällen kann sich das Virus im zentralen Nervensystem ausbreiten, sodass ein Patient eine virale Hirnhaut- oder Gehirnentzündung mit Verwirrtheit und Krampfanfällen bis hin zum Koma entwickeln kann. Wenn das Rückenmark betroffen ist, können Lähmungserscheinungen auftreten.

„Entwickeln Kinder Fieber, einen Hautausschlag und Bläschen im Mund, kann der Kinder- und Jugendarzt klären, ob es sich um die Hand-Fuß-Mund-Krankheit handelt. Betroffene Kinder sollten viel trinken –Tee oder Mineralwasser. Heißes, scharf gewürztes Essen sollten sie meiden“, empfiehlt Dr. Niehaus.
Um andere Kinder nicht anzustecken, dürfen kleine Patienten erst wieder in Gemeinschaftseinrichtungen, wenn sie völlig gesund sind bzw. die Bläschen getrocknet sind.

Etwa 80.000 bis 140.000 HFMK-Fälle werden jährlich in Arztpraxen diagnostiziert.

Quelle: RKI, Zbl Arbeitsmed
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10.09.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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