Impferinnerungs-Systeme können Impfraten verbessern

Eine Überblicksarbeit kommt zu dem Schluss, dass Impferinnerungen, die Patienten, Eltern oder Erziehungsberechtigte oder ganze Bevölkerungsgruppen erhalten, wenn Impfungen fällig sind, zu einer Verbesserung der Impfraten führen.

Impferinnerungen können entweder basierend auf dem Alter des Patienten (gemäß den Impfempfehlungen) oder aufgrund von bestimmten Risikofaktoren erfolgen. Patienten oder Eltern können per Brief, Postkarte, Telefonanruf, computergesteuertem Telefonanruf oder SMS über eine bevorstehende Impfung informiert werden.

Impfungen werden oft vergessen

Impfungen werden im Allgemeinen versäumt, weil sie vergessen werden, weil der allgemeine Impfkalender bzw. die Impfempfehlungen nicht bekannt sind und weil es Bedenken gegen Impfungen gibt. Damit Erinnerungen erfolgreich sein können, müssen Impfinformationen genau und aktuell sein, die Erinnerungen müssen verständlich sein und Impfungen müssen zugänglich sein.

Ein Team von Cochrane-Forschern hat in einer systematischen Überblicksarbeit die Ergebnisse von 75 Studien aus 10 Ländern zu diesem Thema zusammenfasst, darunter 55 Studien mit 138.625 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Einige Studien trugen zu mehr als einem Vergleich in der Übersicht bei, da sie Interventionen für mehr als eine Bevölkerungsgruppe lieferten. Es gab 29 Studien mit Erinnerungen an Routineimpfungen bei Kleinkindern und Kindern wie MMR und Polio, 24 Studien über Influenzaimpfungen bei Erwachsenen, 12 Studien über Impfungen für Jugendliche, 8 Studien über Routineimpfungen bei Erwachsenen wie Tetanus oder Hepatitis B, und 5 Studien zu Influenza-Impfungen bei Kindern. 58 Studien wurden in den USA durchgeführt, die anderen arbeiten werteten die Daten in südwestpazifischen Ländern, Europa und Afrika aus.

Telefonanruf effektiv, aber oft nicht praktikabel

In den Studien wurden Erinnerungen per Brief, Telefonanruf, computererzeugtem Telefonanruf, SMS oder eine Kombination all dieser Formate betrachtet und mit anderen Aktivitäten ohne Erinnerungen verglichen, wie Aufrufe in den Medien zur Förderung von Impfungen oder einfache von den Praxen ausgehende Impfkampagnen.

Die Cochrane-Experten fanden heraus, dass Erinnerungs- und Recallsysteme die Anzahl von Kindern und Erwachsenen erhöhen, die geimpft werden. Werden Patienten an bevorstehende bzw. fällige Immunisierungen erinnert, steigert dies wahrscheinlich die Anzahl der Menschen, die Impfungen erhalten. Basierend auf den Ergebnissen von Studien bei Erwachsenen und Kindern erhielten rund 8% mehr Menschen eine Impfung nach einer Erinnerung im Vergleich zu keiner Erinnerung. Ähnliche Ergebnisse wurden bei Kindern und Erwachsenen gefunden, wenn sie getrennt analysiert wurden. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Ergebnisse der Studien variierten, vermutlich abhängig davon, in welchen Situationen die Erinnerungen erfolgten.
Es konnte gut belegt werden, dass Postkarten, Textnachrichten und computergesteuerte Telefonanrufe alles wirkungsvolle Methoden zur Vermittlung von Erinnerungen sind.

Julie Jacobson Vann von der University of North Carolina an der Chapel Hill School of Nursing kommentierte: "[…] Am wirkungsvollsten zeigte sich ein Recall übers Telefon. Selbst wenn der Effekt eines Recall-Systems nur gering wäre, hätte es bei großräumiger Anwendung insgesamt einen sehr positiven Effekt auf die Gesundheit der Bevölkerung.“
"Wir haben die Technologie, um Erinnerungen und Recalls in die routinemäßige Grundversorgung zu integrieren. Erinnerungs- und Rückrufsysteme müssen auf jedes medizinische Angebot und Fachgebiet zugeschnitten sein, um ihre Wirksamkeit zu maximieren. Persönliche Erinnerungen am Telefon sind zum Beispiel effektiv, aber sie sind u.U. auch teurer als andere Methoden."

"Bei der Entwicklung von Technologien müssen wir überlegen, wie sie Interventionen zur Erinnerung und zum Einberufen verbessern können. Zum Beispiel müssen wir mehr über die Merkmale der effektivsten Maßnahmen, die zentralisiert ausgeführt werden können, sowie SMS-Interventionen erfahren."

Quelle: News Medical Life Science, Wiley Press Release, Cochrane Database of Systematic Reviews
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14.03.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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