Impfquoten: Immer noch Nachholbedarf bei Masern und große regionale Unterschiede

Das Robert Koch-Institut in Berlin hat im „Epidemiologischen Bulletin“ neue Erkenntnisse aus den Abrechnungsdaten kassenärztlicher Vereinigungen veröffentlicht. Demnach besteht ein großer Nachholbedarf beim Impfschutz, insbesondere bei Masern. Auch große regionale Unterschiede werden deutlich.

Masern: Zielvorgabe nicht erreicht

Die erste Masernimpfung wird im Alter von 11 bis 14 Monaten von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, die zweite Impfung ab dem 15. bis zum 23. Monat. Die Quote der Erstimpfungen ist zwar über die vergangenen Jahre angestiegen, jedoch wird die Zielvorgabe des Nationalen Aktionsplans von 95% bei Kindern im Alter von 15 Monaten nicht erreicht. Für den Geburtsjahrgang 2014 liegt sie bei 89,5%. Erst die Kinder im Alter von 24 Monaten dieses Geburtsjahrgangs erreichen mit einer Quote an Erstimpfungen von 95,6% das gesetzte Ziel.

Impflücken regional sehr unterschiedlich

Bundesweite Impfquoten werden in allen Bundesländern bei Schulanfängern regelmäßig erhoben. Die Daten zeigen mitunter erhebliche geografische Unterschiede auf. In Bezug auf die Rotavirus-Impfung werden diese Unterschiede besonders deutlich. Die Impfquote für eine vollständige Impfserie beträgt 68,3% beim Geburtenjahrgang 2015. Starke Schwankungen zeigen sich hier besonders auf Kreisebene. So steht im Landkreis Rosenheim (Bayern) eine Impfquote von 15,4% der in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) von 89,3% gegenüber.

Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern werden in Bezug auf die HPV-Impfung deutlich. Hier lagen die Impfquoten in den neuen Bundesländern stets deutlich höher als in den alten: Im Jahr 2015 betrugen sie 46, 2% in den neuen und 29,1% in den alten Bundesländern.

Als Hauptproblemfelder werden im „Epidemiologischen Bulletin“ drei Aspekte genannt: Zu späte Impfungen im Kindesalter, zu wenige Impfungen im Jugend- und Erwachsenenalter und eben große regionale Unterschiede bei den Impfquoten.

usführliche Informationen hierzu finden Sie im epidemiologischen Bulletin: Epid Bull 2018; 1:1-13.
Mehr Informationen:

Quelle: Epid. Bull. 2018; 1:1-13, Ärzte Zeitung online, 08.01.2018


01.02.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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