Jugendlichen fehlt der Überblick, wenn sie online riskante Entscheidungen treffen

Jugendliche neigen eher als Erwachsene dazu, online Risiken einzugehen. Darauf verweist eine aktuelle Forschungsarbeit der Universität von Plymouth, England.

Die Studie unter der Leitung von Claire White von der School of Psychology, Plymoth, Großbritannien, untersuchte die psychologischen Mechanismen, die Jugendliche bewegten, online mehr Risiken einzugehen als jungen Erwachsene.
Demnach lassen sich 13- bis 17-Jährige bei einem Online-Quiz-Glücksspiel im Vergleich zu 18- bis 24-Jährigen mehr auf Unwägbarkeiten ein und schöpfen weniger aus ihrer Erfahrung. Bei den Szenarien wurde einmal darauf hingewiesen, wieviel durch das Spiel verloren werden kann, und einmal darauf, wieviel gewonnen werden kann.

Bei beiden Szenarien zeigten die Gesamtergebnisse, dass Jugendliche das riskantere Verhalten zeigten. Diese Ergebnisse konnten teilweise durch die größere Risikobereitschaft der Jugendlichen erklärt werden, aber noch besser durch die Fuzzy-Trace-Theorie. Diese basiert auf der Vorstellung, dass Menschen Informationen sowohl in einer detailreichen (quantitativen) als auch in einer überblicksmäßigen (qualitativen) Weise verarbeiten. Je älter jedoch eine Person ist und je mehr Erinnerungen und Erfahrungen sie hat, desto eher ist sie darauf angewiesen, das Risiko intuitiv zu beurteilen und dabei auf Überblickswissen und Kerninhalte zurückzugreifen.

Die Untersuchung zeigte auch, dass die Jugendlichen, unabhängig von ihrer Risikobereitschaft, nicht davon beeinflusst wurden, wie das Spiel präsentiert wurde, während jungen Erwachsenen sich gegen das Glücksspiel entschieden, wenn die potenziellen Verluste hervorgehoben wurden. Die Berechnung der Risiken im Vergleich zur intuitiven Entscheidungen führte zu einer höheren Risikobereitschaft der Jugendlichen.

Die Forscher erklärten, dass ihre Ergebnisse deutlich zeigten, wie wichtig eine objektive und klare Information für Teenager im Internet ist. Ebenso brauchen Nutzer auch Fakten zur Sicherheit, die auf die verschiedenen Altersgruppen abgestimmt sind.

Claire sagte: "Unsere Ergebnisse liefern wichtige und neuartige Einblicke in die Art und Weise, wie Online-Sicherheitstraining und Risikokommunikation von Menschen unterschiedlichen Alters verstanden werden."

Auf der Grundlage der Fuzzy-Trace-Theorie konnten die Autoren erklären, warum sich Jugendliche häufiger auf gefährliche Situationen einlassen, was nicht allein durch ihre Risikofreudigkeit erkärt werden kann.

Den Glauben, dass ein Hinweis auf die Schwere eines Risikos jeden davon abhalten würde, widerlegten die Studienergebnisse. Dies Warnungen haben  bei Jugendlichen aufgrund ihrer geringeren Fähigkeit, das Wesentliche einer riskanten Situation zu erfassen, wenig Wirkung.

Quelle: MedicalNews Today,
Decision





15.12.2016 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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