Keine ganzen Weintrauben für kleine Kinder

Nahrungsmittel sind für etwa die Hälfte der Erstickungsfälle bei Kindern unter 5 Jahren verantwortlich. Weintrauben nehmen schottischen Experten zufolge Platz drei bei den gefährlichsten Nahrungsmitteln für kleine Kindern ein. Aber die Öffentlichkeit ist sich dessen nicht bewusst. Dies kritisieren Dr. Amy J. Lumsden und Dr. Jamie G. Cooper von der Notfallaufnahme in Aberdeen, Schottland, in einer Veröffentlichung der Fachzeitschrift „Archives of Diseases in Childhood“. Dort stellen sie drei Fälle vor, bei denen kleinen Kindern Weintrauben im Hals stecken geblieben sind.

Die Atemwege von Vorschulkindern und Kleinkindern sind noch klein und eng; Kinder besitzen noch nicht alle Zähne, um richtig kauen zu können; ihr Schluckreflex ist noch unterentwickelt und sie sind leicht ablenkbar, was die Gefahr des Erstickens erhöht, erklären die Autoren. Die Trauben sind tendenziell größer als die Atemwege eines Kleinkinds. Und im Gegensatz zu kleinen harten Gegenständen wie Nüssen passt sich die glatte, weiche Oberfläche einer Traube an das Gewebe an und bildet einen luftdichten Verschluss, sodass die Atemwege vollständig abgedichtet sind. Die Oberfläche und Beschaffenheit einer Weintraube erschweren zudem auch das Entfernen des Obstes aus der Speise- oder Luftröhre eines Kindes ohne Spezialgeräte.
Den Autoren zufolge ist den meisten zwar bewusst, dass sie aufpassen müssen, wenn kleine Kinde essen, und dass sie ihnen kleine feste Gegenstände und Nahrungsmittel, wie Nüsse, rasch aus dem Mund entfernen müssen. Aber die Gefahren, die von Weintrauben ausgehen, sind wenigen bekannt.

Zwar gibt es viele Warnhinweise auf der Verpackung von Spielsachen mit Kleinteilen über die potentielle Erstickungsgefahr, die sie darstellen, es gibt jedoch keine Warnungen auf Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Trauben und kleinen Kirschtomaten, geben sie zu bedenken.

Sie empfehlen Eltern, Trauben und Kirschtomaten am besten zu vierteln, bevor sie sie sie Kleinkindern (mit 5 Jahren und darunter) zu essen geben. Die Experten betonen eindringlich, wie wichtig es ist, dass Eltern ihre kleinen Kinder beim Essen überwachen.

Quelle: BMJ, Archives of Diseases in Childhood




15.03.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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