Kinder mit anhaltender Kuhmilchallergie sind oft kleiner als Gleichaltrige mit Nussallergie

Forscher beobachteten Wachstumsunterschiede bei Kindern mit Kuhmilchallergie im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern mit Nussallergie oder gesunden Kindern – vor allem im Grundschulalter und vor Beginn der Teenagerjahre.

Kinder, die längerfristig unter einer Kuhmilch leiden, können während der gesamten Vorpubertät etwas kleiner bleiben und weniger wiegen als Kinder, die allergisch auf Erdnüsse oder Nüsse reagieren. Dies geht aus einer retrospektiven Auswertung hervor, die am 4. März 2018 während einer gemeinsamen Konferenz der American Academy of Allergy, Asthma & Immunologie / World Allergy Organization(AAAAI / WAO vorgestellt wurde.
"Die Beziehung zwischen Nahrungsmittelallergien und Wachstumsmustern in der Kindheit ist komplex, und wir wissen noch lange nicht alles über den Einfluss von Nahrungsmittelallergien auf das Wachstum von Kindern", kommentierte Dr. Karen A. Robbins, Studienautorin sowie Kinder- und Jugendärztin. "Unsere Studie fängt an, diese Forschungslücke zu füllen, aber weitere Studien sind notwendig, besonders wenn Kinder ins Jugendalter kommen, um zu beurteilen, ob diese Wachstumsdefizite vorübergehend oder dauerhaft sind."

Acht Nahrungsmittelgruppen lösen 90% der schweren allergischen Reaktionen aus, darunter Milch, Eier, Fisch, Schalentiere, Weizen, Soja, Erdnüsse und Nüsse, so die amerikanische CDC (Centers for Disease Control and Prevention). Insbesondere bei Kuhmilchallergie in der frühen Kindheit müssen Kinder auf eine breite Palette von Nahrungsmitteln verzichten, und dies gerade in einer Zeit, in der der Körper eine Reihe von Wachstumsschüben durchläuft.
"Wir haben aus früheren Studien gelernt, dass Kinder mit Nahrungsmittelallergien ein Risiko haben, Wachstums- und Gewichtsdefizite zu entwickeln - und Kinder, die auf Kuhmilch allergisch reagieren, haben ein besonders hohes Risiko dafür", fügte Dr. Robbins hinzu. "Sie haben nie Kuhmilch in ihrer Ernährung gehabt. Wenn man auf die Lebensmittelkennzeichnungen achtet, gibt es viele Lebensmittel, die Milch enthalten, was die Lebensmittelauswahl für Kinder erheblich einschränkt. Außerdem treten bei betroffenen Kindern häufig zusätzlich Allergien gegen andere Nahrungsmittel auf."

Um zu ermitteln, wie sich spezifische Nahrungsmittelallergien auf die Größe und das Gewicht von Kindern auswirken, führte das Studienteam eine Längsschnittstudie für 191 Kinder durch. Um in die Studie aufgenommen zu werden, mussten die Kinder im Alter von 2 bis 4, 5 bis 8 und 9 bis 12 Jahren je mindestens einen Klinikbesuch absolvieren, sodass die Forscher Daten von der frühen Kindheit bis zur Präadoleszenz abrufen konnten. Bei jedem Besuch in der Klinik dokumentierte die Experten Gewicht; Größe; andere Krankheiten wie Asthma, Ekzeme und saisonale Allergien und ob die Kinder inhalativen Kortikosteroiden verwendeten.

Sie berechneten die durchschnittlichen Werte der Kinder in Bezug auf Größe, Gewicht und Body-Mass-Index (BMI) und verglichen sie mit den Werten anderer Kinder gleichen Alters sowie Geschlechts in der Allgemeinbevölkerung.
"Kinder, die allergisch auf Kuhmilch reagieren, haben im Vergleich zu Kindern, die allergisch auf Erdnüsse und Nüsse reagieren, ein geringeres mittleres Gewicht und eine geringere Körpergröße", fasste sie zusammen. "Diese Wachstumsdefizite waren in der Altersgruppe der 5- bis 8-Jährigen und der 9- bis 12-Jährigen besonders ausgeprägt."

Dr. Robbins hofft, dass zukünftige Forschungen untersuchen werden, ob ältere Kinder mit Kuhmilchallergien diese Größenunterschiede während ihrer Teenagerjahre aufholen oder ob die Wachstumsunterschiede bestehen bleiben.

Quelle: Eurek Alert! The Journal of Allergy and Clinical Immunology




13.04.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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