Kinder mit bestehenden Allergien haben wahrscheinlich erhöhtes Risiko für schmerzhafte Entzündung der Speiseröhre

Kinder mit mehreren Allergien haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, eine chronische Nahrungsmittelallergie namens eosinophile Ösophagitis (EoE) zu entwickeln, die sich in einer schmerzhaften Entzündung der Speiseröhre äußert.

Forscher des Kinderkrankenhauses in Philadelphia vermuten, dass EoE als eine spätere Komponente des "allergischen Marsches" betrachtet werden kann – eine Entwicklung, bei der manche Kinder nacheinander bestimmte Formen von Allergien entwickeln. „Als ‚allergischen Marsch‘ bezeichnen Experten z.B. wenn einer Hautallergie eine Nahrungsmittelallergie folgt und sich schließlich eine Atemwegsallergie wie Heuschnupfen und Asthma entwickelt“, erklärt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). "Je mehr Allergien ein Kind hat, desto höher kann das Risiko für das Kind sein, eine EoE zu entwickeln", fasst Dr. Kahl das Ergebnis der Untersuchung, die im „Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice“ veröffentlicht wurde, zusammen. Die frühe Behandlung einer Allergie kann das Fortschreiten zu anderen Allergien verhindern helfen.

Im Gegensatz zu klassischen Nahrungsmittelallergien - z. B. gegenüber Erdnüssen -, die zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen können, ist eine EoE selten lebensgefährlich, kann aber erhebliche Beschwerden verursachen. Die Entzündung der Speiseröhre macht sich nur langsam bemerkbar. Zunächst treten Schluckbeschwerden auf, das Kind bekommt immer wieder Sodbrennen, Magenschmerzen und gelegentlich verschluckt es sich bzw. bleiben Nahrungsmittel in der Speiseröhre hängen. Diese Probleme lösen bestimmte Nahrungsmittel aus. „Um die schuldigen Lebensmittel zu entdecken, muss ein betroffenes Kind u.a. für eine bestimmte Zeit eine Diät befolgen. Wichtig ist es, den ‚Marsch‘ frühzeitig zu unterbrechen“, so Dr. Kahl.

Die amerikanischen Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass Kinder mit drei Allergien im Vergleich zu Kindern ohne Allergien ein neunfach höheres Risiko hatten, eine EoE zu bekommen. Diese Resultate sollten allerdings in weiteren Studien noch genauer untersucht werden.

Quelle: EurekAlert! Children's Hopsital of Philadelphia, Der Gastroenterologe, Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice
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17.09.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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