Kinder- und Jugendärzte fordern Impfpflicht

Kinder- und Jugendärzte in Deutschland begrüßen das Urteil des italienischen Verfassungsgerichts, das die von der italienischen Regierung erlassene Impfpflicht gebilligt hat. Ab sofort bekommen Kinder in Italien obligatorisch zehn Impfungen, darunter gegen Diphtherie, Tetanus und Masern. Wenn Eltern der Impfpflicht nicht nachkommen, riskieren sie Geldstrafen zwischen 100 und 500 Euro.

BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: "Natürlich wären wir froh, wenn alle Eltern auch ohne Impfpflicht ihre Kinder nach den Empfehlungen der STIKO impfen ließen. Aber das ist trotz aller Informations- und Aufklärungsbemühungen der letzten Jahre nicht der Fall. Viele verbummeln wichtige Impfungen, einige wenige lehnen sie auch aus ideologischen Gründen ab. Die in Deutschland geltende Meldepflicht durch die Kitas kann dies nur bedingt ändern. Ungeimpft sind Kinder einer Reihe lebensbedrohlicher Krankheiten ausgesetzt. Und sie gefährden auch andere Menschen, zum Beispiel Säuglinge und Kleinkinder, die (noch) nicht geimpft werden konnten, aber auch Erwachsene, die aus Ländern zu uns kommen, in denen nicht gründlich geimpft wird. Wir haben jedes Jahr größere Masernausbrüche zu beklagen. Menschen sterben an Krankheiten, die längst ausgerottet wären, wenn sich alle Eltern gleichermaßen verantwortungsbewusst verhalten würden. Aus diesem Grund sind wir Kinder- und Jugendärzte inzwischen Verfechter der Impfpflicht vor Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen. Verantwortungsvolle Eltern werden von ihr nichts spüren, Impfgegner und Impfverbummler hilft die Pflicht, insbesondere die bei Unterlassen drohende Geldstrafe, ihrer Verantwortung für die eigenen Kinder und die staatliche Gemeinschaft nachzukommen. Aus diesem Grund sollte der Gesetzgeber dem italienischen Beispiel folgen und endlich die Impfpflicht für alle Kinder einführen."
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30.11.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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