Kinder- und Jugendärzte fordern: „Impfverordnung ändern. Professionen mit Kontakt zu Kindern priorisieren!“

Professionen, die im engen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, sollte dann höchste und hohe Priorität bei den Impfungen eingeräumt werden.

Das Vakzin von AstraZeneca gegen SARS-CoV-2 erhalten nur 18-bis 64-Jährige. Damit ergeben sich neue Ansätze für eine Priorisierung. Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Thomas Fischbach fordert: „Allen Professionen, die im engen Kontakt mit Kindern und Jugendlichen stehen, sollte dann höchste und hohe Priorität bei den Impfungen eingeräumt werden. Insbesondere die Praxisteams in den Kinder- und Jugendarztpraxen sollten schnellstmöglich geimpft werden. Wir Kinder- und Jugendärzte versorgen annähernd 100 Prozent aller minderjährigen Covidpatienten, so gut wie kein Kind muss wegen einer Coviderkrankung stationär versorgt werden. Wir leisten zudem an Wochenenden und nachts Notdienste in Notdienst-Praxen. Bei unserer Arbeit kommen wir unseren Patienten genau so nah, können uns also genau so schnell anstecken wie unsere Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken.

Unsere Kontakte sind nicht impfbar

In den nächsten Wochen werden wir erleben, dass durch die zunehmende Durchimpfung der Bevölkerung das allgemeine Infektionsrisiko sinkt.
Jedoch noch lange nicht für uns Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte, unsere Mitarbeiterinnen und auch nicht für die anderen Professionen, die täglich im engen Kontakt mit Kindern arbeiten wie etwa Erzieherinnen und Lehrer. Denn Kinder sind nicht impfbar.

Mit dem neu zugelassenen Impfstoff sollten wir daher so schnell wie möglich geimpft werden. Denn wenn eine Praxis ausfällt, weil Arzt oder Ärztin an Covid erkrankt ist, bedeutet das, dass nicht nur akut erkrankte Patienten – vor allem in ländlichen Regionen – unversorgt bleiben, sondern auch die chronisch Kranken, es werden dann keine Vorsorgen gemacht, keine Impfungen, die gesamte kinder- und jugendmedizinische Versorgung einer Region bricht dann zusammen.“
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Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des BVKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.

10.02.2021 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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