Kinder- und Jugendärzte fordern Verbot für Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“

Dr. Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: "Medial präsentierte Suizide ziehen häufig Nachahmertaten nach sich: der so genannte Werther-Effekt. Deshalb gibt es internationale Richtlinien, wie über Suizide berichtet wird. Die Netflix-Serie missachtet diese Richtlinien. Sie zeigt den Suizid drastisch und detailliert. Jugendliche, die sich mit der Idee der Selbsttötung beschäftigen, werden durch die Serie möglicherweise in Richtung Tat beeinflusst. Zumal sie auch zeigt, WIE ein Suizid gelingen kann. Wir fordern daher ein Verbot dieser Serie.

Eltern, die mitbekommen, dass sich ihr Kind mit Suizidgedanken trägt, dass es eventuell besonders fasziniert ist von der Serie, sollten ihre Beobachtungen ernst nehmen und sich SOFORT professionelle Hilfe suchen. Viele Eltern fürchten sich davor, dass ihr Kind möglicherweise in eine Psychiatrie eingewiesen werden muss. Aber wenn ein Kind signalisiert, dass es Suizidgedanken hegt, ist das keine Laune, die vorübergeht, sondern möglicherweise Ausdruck einer seelischen Störung, die schneller und professioneller Hilfe bedarf."

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11.07.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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