Körperliche Strafen zeigen noch 10 Jahre später Auswirkungen

Die Auswirkungen von körperlichen Strafen wurden im Laufe der Zeit heftig diskutiert, aber es herrscht Übereinstimmung darüber, dass sie sich negativ auswirken.

Der American Psychological Association zufolge haben viele Studien gezeigt, dass körperliche Bestrafung - einschließlich Prügel, Ohrfeigen und andere schmerzhafte Methoden - zu erhöhter Aggression, antisozialem Verhalten, körperlicher Gewaltbereitschaft und psychischen Problemen bei Kinder führen kann.

Bisherige Studien hatten Kinder, die geschlagen wurden, nur relativ kurz beobachtet: Im Allgemeinen haben viele Untersuchungen nur ein Jahr gedauert, und sie haben selten Familien an der Armutsgrenze oder darunter betrachtet.

Die Ergebnisse der aktuellen amerikanischen Studie wurden in der Zeitschrift „Developmental Psychology“ veröffentlicht.

Langfristige Folgen körperlicher Bestrafung

Das Forscherteam der Universität von Missouri in Kolumbien verfolgten die Entwicklung von Kindern, bis sie die fünften Klasse erreichten.
Prof. Gustavo Carlo, Direktor des Zentrums für Familienpolitik und Forschung an der Universität, erklärte, warum sie sich für diesen Bereich entschieden haben. Er sagte: "Es gibt wenig Langzeitstudien über die Zusammenhänge zwischen dem elterlichen Erziehungsverhalten, dem Temperament und Verhalten des Kindes insbesondere in Familien unterschiedlicher Herkunft und mit geringem Einkommen.

Die Forscher verwendeten Daten aus dem Early Head Start Research and Evaluation Project. Insgesamt waren 1.840 Mütter und Kinder dort eingeschrieben. Alle Teilnehmer befanden sich entweder nahe an oder unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze, und sie waren entweder europäisch-amerikanischer (960) oder afroamerikanischer (880) Herkunft. Die Zahl der Mädchen und Jungen war in etwa gleich.

Die Experten sammelten Angaben zu den Kindern, als diese 15 Monate und 25 Monate alt waren und als die Kinder in die fünften Klasse gingen. Die Informationen setzten sich aus Befragungen der Mütter und Kinder, Berichten von Hausbesuchen und Interviews mit Lehrern der fünften Klasse zusammen.
Sobald die Angaben analysiert wurden, fanden die Forscher Unterschiede in den Ergebnissen für europäisch-amerikanische und afroamerikanische Kinder. Afroamerikanische Kinder, die im Alter von 15 Monaten schwere Strafen erlebt hatten, legten in der fünften Klasse ein "aggressives" und "kriminelles" Verhalten an den Tag. Positive Verhaltensweisen, wie anderen zu helfen, waren bei diesen Kindern seltener zu beobachten. Bei europäisch-amerikanischen Familien, in denen Eltern negative Emotionen wie Reizbarkeit zeigten, neigte auch der Nachwuchs selbst eher zu diesen negativen Emotionen.

Prof. Gustavo Carlo kommentierte, dass ihre Erkenntnisse dokumentieren, wie das Verhalten der Eltern ihren Kindern gegenüber bereits in der frühen Kindheit Einfluss auf das spätere Verhalten der Kinder hat. Es ist sehr wichtig, dass die Eltern körperliche Bestrafung vermeiden, da diese langfristige Auswirkungen haben kann. Besser sei es, einem Kind frühzeitig beizubringen, wie es seine Gefühle und sein Verhalten beherrschen kann.

Quelle: MedixcalNewstoday, Developmental Psychology

04.09.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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