Morgensteifigkeit sowie schmerzendes, geschwollenes Gelenk können auch bei Kindern auf Rheumaerkrankung hinweisen

„Insbesondere, wenn nicht nur ein Gelenk betroffen ist, weist dies möglicherweise auf eine chronische Rheumaerkrankung hin. Je früher diese behandelt wird, desto besser sind die Chancen, dass die Gelenke nicht geschädigt werden“, erklärt Dr. Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch wenn ein Kind bestimmte Gelenke zu schonen versucht oder bei bestimmten Bewegungen eingeschränkt ist (Morgensteifigkeit), ist dies ein deutlicher Hinweis. „Besonders kleine Kinder klagen nicht, sondern machen kleine Anpassungen, wie sie die betroffenen Gelenke weniger benutzen können. Sie hinken oder nehmen eine Schonhaltung ein oder möchten insbesondere morgens getragen werden", so Dr. Kahl.

Kinder entwickeln chronische rheumatische Erkrankungen meist entweder als Vorschulkinder oder wenn die Pubertät eintritt. Experten sprechen von einer juvenilen (jugendlichen) idiopathischen (selbstständige Krankheit) Arthritis (JIA), wenn die rheumatische Erkrankung vor dem 16. Lebensjahr beginnt, mindestens 6 Wochen besteht und andere Erkrankungen ausgeschlossen sind. Ähnliche Symptome können z.B. bei einer Lyme-Borreliose auftreten. Bisher ist nicht geklärt, was letztendlich die JIA auslöst.

In Deutschland sind etwa 4 bis 7 pro 100.000 Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren betroffen. Erhalten JIA-Patienten frühzeitig eine Therapie, bleiben ihnen künstliche Gelenke, Kleinwuchs und viele Begleiterkrankungen in den meisten Fällen erspart. Unter diesen Folgen hatten Kinder, die in den 80er- und 90er-Jahren erkrankt waren, aufgrund mangelnder Behandlungsmöglichkeiten oft zu leiden.

Quelle: Newswise, springermedizin.de
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27.11.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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