Passivrauchen erhöht Asthmarisiko für zukünftige Generationen

Eine im European Respiratory Journal veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass Passivrauchen das Asthmarisiko über Generationen hinweg beeinflussen kann. Demnach entwickeln Kinder eher Asthma, wenn ihr Vater als Kind Passivrauch ausgesetzt war.

Die von den Forschern der Universität Melbourne, Jiacheng Liu und Dr. Dinh Bui, geleitete Studie zeigt auch, dass das Asthmarisiko von Kindern noch höher ist, wenn ihr Vater Passivrauch ausgesetzt war und später selbst Raucher wurde. Die Experten und Expertinnen erklärten, dass ihre Ergebnisse zeigen, wie das Rauchen die Gesundheit nicht nur von Rauchern und ihren Kindern, sondern auch von ihren Enkelkindern schädigen kann.

Die Studie basierte auf Daten der Tasmanian Longitudinal Health Study (TAHS) unter Professor Shyamali Dharmage von der University of Melbourne. TAHS begann 1968 und ist eine der weltweit größten und am längsten laufenden Atemwegsstudien.

Für diese Arbeit untersuchten die Forscher 1689 Kinder, die in Tasmanien aufgewachsen sind, ihre Väter und ihre Großeltern väterlicherseits. Sie verglichen Daten darüber, ob die Kinder bis zum Alter von sieben Jahren an Asthma erkrankt waren, mit Daten darüber, ob die Väter bei Eltern aufgewachsen waren, die unter 15 Jahren geraucht hatten. Sie schlossen auch Informationen darüber ein, ob die Väter aktuelle oder ehemalige Raucher waren.

Liu sagte: „Wir haben festgestellt, dass das Risiko für nicht-allergisches Asthma bei Kindern um 59% steigt, wenn ihre Väter in der Kindheit Passivrauch ausgesetzt waren, im Vergleich zu Kindern, deren Väter ohne Tabakrauch aufwuchsen.

„Das Risiko war mit 72% sogar noch höher, wenn die Väter passiv mitrauchten und später selbst rauchten.“

Rauchverzicht des Vaters kann Asthma-Risiko für Kinder verringern

„Für Männer, die als Kinder von Tabakrauch umgeben waren, deutet unsere Studie darauf hin, dass sie das Risiko, das sie an ihre eigenen Kinder weitergeben, immer noch verringern können, wenn sie selbst nicht rauchen“, verdeutlichte Dr. Bui.

Obwohl die Experten und Expertinnen nicht sicher sein können, wie dieser Schaden über Generationen weitergegeben wird, glaubt Professor Dharmage, dass dies möglicherweise mit epigenetischen Veränderungen zu tun hat.
„Hier interagieren Faktoren in unserer Umwelt wie Tabakrauch mit unseren Genen und beeinflussen ihre Funktion. Diese Veränderungen können vererbt werden, können aber für jede Generation teilweise reversibel sein“, betonte er.

„Es ist möglich, dass Tabakrauch epigenetische Veränderungen in den Zellen hervorruft, die später für die Spermien verantwortlich sind, wenn Jungen heranwachsen. Diese Änderungen können dann an ihre Kinder weitergegeben werden.“

Die Wissenschaftler:innen werden nun untersuchen, ob das erhöhte Asthmarisiko bis ins Erwachsenenalter anhält und ob Väter, die als Kinder dem Passivrauch ausgesetzt waren, eine Zunahme von Allergien oder anderen Lungenerkrankungen an ihre Kinder weitergeben.

Quellen: EurekAlert! University of Melbourne, European Respiratory Journal

02.01.2023 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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