Persönlichkeitsmerkmale sind bei Kindern "ansteckend"

Eine amerikanische Studie, die im „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass die Persönlichkeit auch durch die Umwelt und nicht nur durch die Gene geprägt wird.

"Unsere Feststellung, dass Persönlichkeitsmerkmale bei Kindern „ansteckend" sein können, widerspricht der Annahme, dass sie in einem Menschen tief verwurzelt sind und nicht verändert werden können", erklärte Jennifer Watling Neal, Associate Professor für Psychologie und Erst-Autorin der Studie. "Das ist wichtig, weil einige Persönlichkeitsmerkmale Kindern helfen können, im Leben erfolgreich zu sein, während andere sie bremsen können."
Die Wissenschaftler beobachteten zwei Vorschulklassen über ein ganzes Schuljahr und analysierten Persönlichkeitsmerkmale und soziale Netzwerke bei einer Klasse von 3-Jährigen und einer Klasse von 4-Jährigen.

Positive Eigenschaften färben eher ab

Kinder, deren Spielkameraden extrovertiert oder fleißig waren, glichen sich im Verlauf der Zeit ihren Freunden an. Kinder, deren Spielpartner überängstlich und leicht zu frustrieren waren, nahmen diese Eigenschaften nicht an. Die Studie ist die erste, die diese Persönlichkeitsmerkmale bei kleinen Kindern im Laufe der Zeit beobachtete.

Emily Durbin, Mitautorin und Associate Professor für Psychologie, kommentierte, dass Kinder eine größere Wirkung aufeinander haben, als die Menschen annehmen.
"Die Eltern verbringen viel Zeit damit, ihrem Kind beizubringen, dass es geduldig sein muss, gut zuhören sollte und nicht impulsiv sein darf", so Durbin. "Aber es sind nicht die Eltern oder die Lehrer, die die Kinder beeinflussen - es sind ihre Freunde. Es stellte sich heraus, dass 3- und 4-jährige Freunde die treibende Kraft für Veränderungen sind."

Quelle: ScienceDaily, Michigan State University, Journal of Personality and Social Psychology

29.05.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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