Säuglinge sollten im Elternschlafzimmer im eigenen Bett schlafen

Babys sollten immer im Zimmer ihrer Eltern schlafen, aber in einem eigenen Bett bzw. auf einer eigenen Matratze. Dazu rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) im Einklang mit den amerikanischen Kinder- und Jugendärzten (American Academy of Pediatrics: AAP). „Säuglinge brauchen ihre eigene separate Liegefläche, am besten eine feste luftdurchlässige Matratze im Stubenwagen. Ungeeignet ist eine weiche Unterlage wie eine Couch oder ein Sessel“, verdeutlicht Professor Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Würde das Baby im Bett der Eltern schlafen, bestünde die Gefahr, dass der kleine Körper durch die zusätzliche Körperwärme der Mutter/Eltern – aufgrund seiner noch mangelnden Fähigkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren – überhitzt. Dies gilt als ein möglicher Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Befindet sich das Kinderbettchen im Zimmer der Eltern, kann der Säugling leichter „überwacht“ werden. Die Mutter erwacht in der Regel bei Atemstörungen des Säuglings, eine weitere Ursache für den plötzlichen Kindstod. Dies kann als natürliche „Monitorfunktion“ der Mutter gedeutet werden. Amerikanischen Experten zufolge kann ihre Anwesenheit bzw. die Anwesenheit der Eltern in den ersten sechs Lebensmonaten des Babys das Risiko für den plötzlichen Kindstod halbieren.

„Mütter können ihren Säugling im elterlichen Bett stillen, sollten ihn aber danach wieder in sein Bettchen zurücklegen. Da Mütter während des Stillens gelegentlich einschlafen können, sollte das Bett der Eltern frei von Kissen, losen Decken und anderen weichen Dingen sein, in denen sich das Baby verheddern und ersticken kann“, so Prof. Nentwich. Mütter und Väter sollten berücksichtigen, dass der Säugling möglicherweise in Ritzen zwischen Bettgestell, Matratzen oder Wänden hineinrutschen kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass das Kind durch die Eltern erdrückt wird – insbesondere, wenn diese alkoholisiert sind.

Quelle: Pediatrics


05.12.2016 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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