Schon bei Teenagern kann Bluthochdruck möglicherweise Organe schädigen

Organschäden durch Bluthochdruck treten nicht nur bei Erwachsenen auf, sondern schon bei Jugendlichen, so lautet das Fazit einer Untersuchung, die auf den American Heart Association (AHA) Council on Hypertension, AHA Council on Kidney in Cardiovascular Disease, American Society of Hypertension Joint Scientific Sessions 2017 in San Francisco, präsentiert wurde.

Eine Schädigung des Herzens und der Blutgefäße kann bei Jugendlichen sogar bei Blutdruckwerten auftreten, die unterhalb der klinischen Definition von Bluthochdruck für Heranwachsende liege, so die Autoren.
Bluthochdruck in der Jugend ist anders definiert als bei Erwachsenen. In der Kindheit basiert der Bluthochdruck auf Perzentilen und nicht auf dem Blutdruckwert. Die Forscher untersuchten, ob sich Organschäden bei Jugendlichen unter dem 95. Perzentil entwickeln, die der klinischen Definition von Bluthochdruck bei Jugendlichen entspricht.

Die Forscher analysierten den Blutdruck und die gemessenen Organschäden bei 180 Jugendlichen (14 bis 17 Jahre alt, 64% weiß, 57% männlich). Sie fanden Herz- und Gefäßschäden in der mittleren Risikogruppe, mit einem Blutdruck zwischen dem 80. und 90. Perzentil sowie bei Prähypertonie, also einer Vorstufe der Hypertonie (90. Perzentil. Es zeigten sich sogar Hinweise auf Organschäden bei den Jugendlichen, die als "normal" eingestuft wurden – hier lag der Blutdruck unter dem 80. Perzentil.

"Einige Jugendliche, die bisher nicht für eine Behandlung in Betracht kamen, können Organschäden im Zusammenhang mit Blutdruck entwickeln", erklärte Dr. Elaine M. Urbina, Studienautorin und Direktor der vorbeugenden Kardiologie am Cincinnati Children's Krankenhaus Medical Center in Ohio. "Die Bildgebung des Herzens kann im Jugendalter durchaus auch im oberen Bereich des ‚normalen‘ Blutdrucks nützlich sein, um zu bestimmen, wie aggressiv eine Therapie sein sollte."

Quelle: ScienceDaily; American Heart Association; American Heart Association Meeting Report, Abstract 150

14.11.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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