Schreibaby: Babymassage kann Säugling beruhigen

Gesunde Säuglinge steigern ihre Schreidauer und  -häufigkeit nach der Geburt bis etwa zur 8. Lebenswoche, um dann bis zum Ende des dritten Lebensmonats wieder weniger zu weinen. In dieser Phase schreien die Säuglinge durchschnittlich etwas über zwei Stunden pro Tag. „Auch Babys, die übermäßig bzw. exzessiv schreien, sind in der Regel gesund. Als grobe Orientierung kann gelten, dass Säuglinge, die an mindestens drei Tagen der Woche über mindestens drei Stunden pro Tag ohne ersichtlichen Grund schreien, und dies über drei Wochen lang, ‚Schreibabys‘ sind. Meist werden die Schreiattacken im Tagesverlauf heftiger“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Warum eine Babymassage hilfreich sein kann, wurde bisher nicht wissenschaftlich erklärt. Ebenso konnten Experten noch keine genaue Ursache für das exzessive Schreien bei Säuglingen finden. Sie gehen von mehreren Faktoren und u.a. von einer gewissen Unreife des Babys aus.

Eltern sollten wissen, dass übermäßiges Schreien nicht unbedingt eine Ursache haben muss und auch nichts mit ihrer Kompetenz zu tun hat. „Eine klare Strukturierung des Tagesablaufs mit festen Pflege- und Schlafroutinen, bei denen immer eine bestimmte Abfolge von Ereignissen eingehalten wird, bereiten das Kind gut aufs Schlafen vor. Insbesondere vor dem Zubettgehen sollten Eltern das Kind vor lauten Geräusche, hellem Licht und Aktivitäten abschirmen. Wichtig ist es, frühzeitig auf Müdigkeitssignale, wie ein glasiger Blick oder Augenreiben, zu reagieren, denn wenn das Kind übermüdet ist, fällt ihm das Einschlafen besonders schwer. Gelingen alle diese Maßnahmen nicht, können Eltern auch in Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt versuchen, das Kind schreiend ins Bett zu legen und etwa eine Viertelstunde abzuwarten, ob das Kind von alleine einschläft. Bleibt dies ohne Erfolg, kann der Säugling erneut kurz gestillt oder gefüttert und dann wieder hingelegt werden“, so Dr. Niehaus. 

Mütter und Väter sollten sich frühzeitig von ihrem Kinder- und Jugendarzt beraten lassen und auch Hilfe z.B. von ehrenamtlichen Helfern (z.B. wellcome-online.de), von „Frühe Hilfen“ und „Schreiambulanzen“ annehmen, noch bevor sie am Ende ihrer Kräfte sind.

Quelle: Monatsschr Kinderhlkd
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26.05.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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