Schüler leiden häufig unter Rückenschmerzen

Amerikanische Experten ermittelten, dass 1% der Kinder mit sieben Jahren; 6% im Alter von 10 Jahren und 18% im Alter von 14 bis 16 Jahren Rückenschmerzen in der Lendenwirbelregion haben. Mädchen sind mehr betroffen als Jungen.
Eine Umfrage in Deutschland (KiGGS 2009 bis 2012) kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Rückenschmerzen nehmen mit zunehmendem Alter der Heranwachsenden zu und Mädchen sind etwas mehr betroffen. Wiederholt auftretende Rückenschmerzen sind demnach in den letzten drei Monaten bei 0,3% der Mädchen im 3. Lebensjahr und 35,7% im 17. Lebensjahr aufgetreten, bei 1,3% der Jungen im 3. Lebensjahr und 18,6% im 17. Lebensjahr).

Die Literaturrecherche des amerikanischen Teams um Dr. James P. MacDonald vom Nationwide Children's Hospital Sports Medicine in Columbus, Ohio, ergab, dass die meisten Rückenschmerzen harmlos sind. Dennoch können Rückenschmerzen die täglichen Aktivitäten wie die Teilnahme am Schulunterricht oder am Sport beeinträchtigen. Zudem haben Jugendliche mit Rückenschmerzen ein höheres Risiko, auch als Erwachsener darunter zu leiden.

Den Autoren zufolge ist nicht ein einzelner Faktor für Rückenschmerzen verantwortlich, wie häufig angenommen wird. Bei Schulkindern trägt eine Überbeanspruchung und/oder eine zurückliegende Verletzung häufig dazu bei. Heranwachsende, die übermäßig viel oder wenig Sport treiben sind anfällig dafür – letztere, weil ihre Muskeln zu wenig trainiert sind. Weitere mögliche Risikofaktoren sind ein besonders schnelles Wachstum, negative psychosoziale Faktoren (z.B. Stress), höheres Jugendalter, eine vorherige Rückenverletzung und Rückenschmerzen in der Familie. Mädchen und junge Frauen haben der Auswertung nach ebenso ein größeres Risiko, Rückenschmerzen zu entwickeln.
Auch wenn Rückenschmerzen bei Kindern meist keine schwerwiegenden Krankheiten oder Verformungen des Rückens zugrunde liegen, sollte der Kinder- und Jugendarzt ein betroffenes Kind untersuchen, um zu entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind und das Kind evtl. zu einem Spezialisten sollte. Den amerikanischen Forschern zufolge suchen nur 7% der Jugendlichen mit Rückenschmerzen medizinische Hilfe.

Das Muskel- und das Skelettsystem von Kindern befindet sich noch in der Entwicklung und ist deshalb besonders anfällig für Verletzungen und Verspannungen, insbesondere, wenn sie schnell wachsen. Deshalb ist es wichtig, dass Heranwachsende die Intensität beim Sport schrittweise erhöhen, um Verletzungen zu vermeiden. Darüber hinaus dürfen Schüler, die sich besonders sportlich engagieren oder auch früh spezialisieren, die Erholungsphasen nicht vergessen. Zu häufige Wiederholungen von bestimmten Bewegungsmustern einer Sportart können zu Überlastungen führen. MacDonald und seine Kollegen raten junge Sportlern deshalb dazu, dass sie nicht mehr Stunden in einer Woche Sport treiben, als sie Jahre alt sind.

Quelle: medicalXpress, Jama Pediatr, Monatsschr Kinderheilkd




14.02.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
| |