Telemedizin kann Notaufnahmen aufgrund von Asthma verringern helfen

Für Kinder mit Asthma, die in der Stadt lebten, telemedizinischer Unterstützung erhielten und deren Medikamenteneinnahme in der Schule beaufsichtigt wurde, verringerte sich das Risiko, dass sie wegen ihres Asthmas eine Notaufnahme oder das Krankenhaus aufsuchen mussten, um mehr als die Hälfte. Davon berichten amerikanische Forscher in der Zeitschrift „JAMA Pediatrics“.

Kinder mit Asthma im Schulbezirk von Rochester City, die eine Kombination aus telemedizinischer Unterstützung und schulisch begleiteter Medikation erhielten, mussten laut einer aktuellen Studie des University of Rochester Medical Center, New York, fast halb so oft in die Notaufnahme oder ins Krankenhaus aufgrund ihres Asthmas.

Insbesondere Kinder in sozial benachteiligten Familien befolgen die Asthmatherapie oft nicht wie vom Kinder- und Jugendarzt verordnet. Infolgedessen entwickeln diese Kinder öfter vermeidbare und potenziell gefährliche Asthmaanfälle, die einen Besuch in der Notaufnahme erforderlich machen.

Dass Kinder mit Asthma, die ihre vorbeugenden Medikamente in der Schule unter Aufsicht einer Schulkrankenschwester einnahmen, seltener Probleme mit Asthma hatten, konnten die Experten schon in vorangehenden Untersuchungen nachweisen. Eine Ergänzung der schulischen Unterstützung durch eine telemedizinische Komponente, bei der das Kind zusätzlich durch den verstärkt via Telemedizin betreut wurde, verbesserte die Effektivität des Programms zusätzlich.

Bei diesem „Telemedizin-Schulprogramm“ überwachten Schulschwestern weiterhin die Asthmamedikation in der Schule, aber es gab zusätzlich 3 telemedizinische Termine in der Schule, um sicherzustellen, dass das Asthma richtig eingeschätzt, eine passende Therapie verordnet wurde und eine Nachsorge stattfand. Die telemedizinischen Daten wurden in einem sicheren virtuellen Warteraum gespeichert und dann vom betreuenden Kinder- und Jugendarzt ausgewertet, der die Beurteilung vervollständigte und mit den Betreuern per Videokonferenz oder Telefon besprach. Rezepte für vorbeugende Medikamente wurden an Apotheken geschickt, die diese dann an Schulen zur überwachten täglichen Verabreichung weiterleiteten.

"Ärzte und Forscher im ganzen Land entwerfen ähnliche Programme, nutzen Ressourcen, die in ihren Gemeinden zur Verfügung stehen, um unterversorgte Kinder mit Asthma zu erreichen und ihnen zu helfen, die benötigte medizinische Betreuung zu erhalten", erklärte Dr. Jill Halterman, MD, MPH, Leiterin der Abteilung für Allgemeine Pädiatrie am URMC (University of Rochester Medical Center) und Hauptautorin der Studie. "Aber unabhängig davon, wie Fachkräfte die Kinder anfänglich erreichen, können diese jungen Patienten weiterhin Probleme haben, wenn sie ihre Medikamente nicht regelmäßig einnehmen [und diese nicht laufend der Krankheitsentwicklung anpasst werden]. Die Integration von Telemedizin mit einer durch die Schule überwachten Behandlung bietet ein Modell, das sicherstellt, dass Kinder lückenlos ohne Unterbrechung eine wirksame Therapie erhalten."

Empfehlungen ohne Nachsorge sind wenig wirksam

An der Studie nahmen 400 Schüler im Alter von 3 bis 10 Jahren aus dem Schulbezirk von Rochester City teil. Die Hälfte erhielt ihre Asthmamedikamente von der Schulkrankenschwester. Diese Schüler wurden erstmals im Hinblick auf Asthma vom betreuenden Kinder- und Jugendarzt untersucht und erhielten von ihm etwa zwei Nachuntersuchungen in der Schule via Telemedizin im Laufe des Schuljahres, um eine geeignete Asthmabehandlung fortzusetzen. Die andere Hälfte der Schüler erhielt Empfehlungen für eine vorbeugende Behandlung und den Rat, weitere Termine mit ihrem Arzt zu vereinbaren. Diese Schüler waren weder in das schulbasierte Medikationsprogramm aufgenommen, noch wurden telemedizinische Nachsorgeuntersuchungen geplant.

Die Schüler der ersten Gruppe hatten mehr beschwerdefreie Tage als die der zweiten Gruppe, und nur 7% von ihnen benötigten im Verlauf des Schuljahres eine Notfallbehandlung oder einen Krankenhausaufenthalt aufgrund von Asthma, verglichen mit 15% in der zweiten Gruppe.

Halterman sagte, dass die Rolle des Schulbezirks Rochester City und insbesondere der Schulschwestern entscheidend für den Erfolg des Programms gewesen seien. "Die Schulkrankenschwestern erhielten keine zusätzliche Bezahlung, um mit uns an dieser Studie zu arbeiten - und viele von ihnen decken jeden Tag mehrere Schulen ab", berichtete sie. "Sie tun diese zusätzliche Arbeit, weil sie sich darauf konzentrieren wollen, Symptome zu verhindern, und der Meinung sind, dass dies für die Gesundheit der Kinder im Distrikt wichtig ist."

Die Studie wurde vom National Heart, Lung und Blood Institute of the National Institutes of Health finanziert.

Quelle: Science Daily, University of Rochester Medical Center, JAMA Pediatrics

28.03.2018 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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