Tuberkulose ist bei kleinen Kindern besonders gefährlich

Kinder- und Jugendarzt über mögliche Ansteckungsquellen informieren

Tuberkulose ist bei kleinen Kindern oft schwer nachweisbar, da Tests aufgrund geringer Bakterienkonzentration im Blut oft falsch negativ ausfallen können. Wichtig ist es deshalb, Ansteckungsmöglichkeiten zu erfassen. Auch der Verdacht einer Lungentuberkulose ist meldepflichtig. Insbesondere kleine Kinder in der Umgebung von erkrankten Erwachsenen sind gefährdet, eine aktive Tuberkulose zu entwickeln, und müssen deshalb vorsorglich behandelt werden. In der Regel werden Kinder von Erwachsenen angesteckt und selten umgekehrt. Eltern sollten den Kinder- und Jugendarzt deshalb immer informieren, wenn ihr Kind möglicherweise Kontakt zu Menschen mit Tuberkulose hatte bzw. sich in einer Region befand, wo diese Erkrankung häufig auftritt (z.B. Osteuropa, China oder Afrika).

Gewichtsverlust und Schwitzen in der Nacht können neben starkem Husten, Mattigkeit, Fieber (insbesondere gegen Abend) Anzeichen einer Tuberkuloseerkrankung sein. Zwischen der Ansteckung (meist durch Tröpfcheninfektion) und dem Ausbruch der Erkrankung können Wochen bis Monate vergehen.

Die Tuberkulose-Neuerkrankungen sind 2015 und 2016 in Deutschland wieder angestiegen. Bis Mitte Mai 2017 gab es fast 2.000 Neuerkrankungen – ca. 15% davon Kinder und Jugendliche bis zu 19 Jahren.

Quelle: Pädiatrie & Pädologie, RKI (S. 211), SurvStat@RKI 2.0






06.07.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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