Umfangreiche Studie zweifelt positiven Einfluss von Haustieren auf Kinder an

Die RAND-Corporation-Studie ist eine der größten zu dem Thema "Gesundheitliche Vorteile von Hunden und Katzen als Haustiere für Kinder". Sie überprüfte, ob Haustiere die Gesundheit der Kinder verbessern können, indem sie die körperliche Aktivität erhöhen und die Empathie (Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und ihre Gefühle zu verstehen) fördern.

Im Gegensatz zu früheren kleineren Studien zu diesem Thema benutzten die amerikanischen Forscher um Dr. Layla Parast, Biostatistikerin bei der RAND-Corporation, moderne statistische Methoden, um mehrere Faktoren zu kontrollieren, die das Wohlergehen eines Kindes neben dem Besitz eines Haustieres mit beeinflussen, wie z.B. die Zugehörigkeit zu einer wohlhabenden Familie. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Anthrozoos“ veröffentlicht.
"Wir konnten nicht belegen, dass Kinder aus Familien mit Hunden oder Katzen in Bezug auf ihre seelische oder ihre körperliche Gesundheit besser abschneiden", erklärte Parast. "Alle auf dem Forschungsteam waren überrascht - wir alle besitzen oder wuchsen mit Hunden und Katzen auf. Wir hatten im Wesentlichen von unseren persönlichen Erfahrungen angenommen, dass es eine Verbindung gäbe."

Die Experten werteten Daten von mehr als 2.200 Kindern aus, die in Haushalten mit Haustieren in Kalifornien lebten und verglichen sie mit etwa 3.000 Haushalten ohne Hund oder Katze. Die Informationen wurden 2003 im Rahmen des California-Health-Interview-Survey gesammelt, eine jährliche Umfrage, bei der in diesem Jahr die Teilnehmer auch darüber Auskunft geben sollten, ob sie Haustiere hätten – neben anderen gesundheitlichen Fragen, die gestellt wurden.

Forscher fanden heraus, dass Kinder, die in Familien mit Haustieren lebten, tendenziell eine bessere allgemeine Gesundheit hatten, etwas mehr wogen und körperlich eher aktiv waren im Vergleich zu Kindern, deren Familien keine Haustiere besaßen. Darüber hinaus litten Kinder, die Haustiere hatten, eher unter ADD / ADHS, waren eher gehorsam und hatten Eltern, die sich weniger Sorgen machten in Bezug auf die Gefühle ihres Kindes, seine Stimmung, sein Verhalten und auch in Bezug auf seine Lernfähigkeit.

Aber als Forscher andere Variablen bei ihren Ergebnissen berücksichtigten, die mit der Wahrscheinlichkeit verbunden sein könnten, dass eine Familie ein Haustier besitzt und Kinder bei guter Gesundheit sind, verschwand ein Zusammenhang zwischen Haustierbesitz und besserer Gesundheit. Insgesamt betrachteten Forscher mehr als 100 Variablen bei der Anpassung ihres Modells von Haustierbesitz und Gesundheit, einschließlich Familieneinkommen, Sprachkenntnisse und Art des Zuhauses.

Während viele vergangene Studien eine Verbindung zwischen Haustierbesitz und besserer emotionaler und körperlicher Gesundheit nahegelegt haben, vermuten die Wissenschaftler der RAND-Corporation, dass ihre Analyse mehr Glaubwürdigkeit hat, weil sie mehr Teilnehmer untersuchte als bisherige Arbeiten.

Forscher bedauerten abschließend, dass die für eine nähere Analyse sinnvolle längere Beobachtung von Menschen mit Haustieren (10 bis 15 Jahre) sowie von Probanden ohne Haustiere evtl. unter mehr experimentellen Bedingungen vermutlich kaum finanziert wird.

Quelle: EurekAlert!, Anthrozoos

14.09.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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