Verletzungen von in der Tür eingeklemmten Kinderfingern können lebenslang Probleme bereiten

Der britischen Vereinigung der plastischen und rekonstruktiven Chirurgen (British Association of Plastic and Reconstructive Surgeons: BAPRAS) zufolge können die Verletzungen, die Türen Fingern zufügen, in einigen Fällen zu Amputationen und langfristigen Schmerzen führen. Sie rät Eltern deshalb, Sicherheitsvorrichtungen an allen geeigneten Türen zuhause anzubringen.

Kleine Kinder können die Türklinke noch nicht mit ihren Händen erreichen, sie halten eine Türe deshalb an der Seite fest. Türsicherungen können Unfälle, die dadurch geschehen, vermeiden helfen.

Laut BAPRAS gehören selbstschließende Brandschutztüren, Autotüren und Türscharniere zu den drei häufigsten Ursachen für Finger- und Handverletzungen bei Kindern.

Es empfiehlt sich, kleine C-förmige Vorrichtungen aus Schaumstoff oder Gummi über Türen anzubringen, um ein Zuschlagen zu verhindern. Auch ein um beide Türklinken gebundenes Handtuch kann z.B. in Ferienwohnungen diesen Zweck erfüllen. Mittlerweile gibt es auch einen Klemmschutz sowohl für die Vorder- als auch für die Scharnierseite der Türe.

Fingerverletzungen beeinträchtigen den Alltag

Anna De Leo, Sprecherin der BAPRAS und Expertin für plastische Chirurgie am Royal Free Hospital, London, ergänzte, dass Fingerverletzungen kein Spaß seien. "Die Verletzungen sind oft so schwerwiegend, dass der Patient in der Klinik einen Termin für eine OP benötigt, es müssen Röntgenaufnahmen gemacht werden, Nachkontrollen sind erforderlich und eventuell ist Physiotherapie sinnvoll."

Und sie verdeutlichte, dass Betroffene die Auswirkungen lange spüren können. "Man unterschätzt leicht, wie wichtig unsere Hände für alltägliche Aufgaben sind.“

"Verletzungen an Fingern und Händen erschweren das Zubinden der Schnürsenkel deutlich, machen das Tippen zu einer Herausforderung und behindern das Halten eines Mobiltelefons und von Besteck beim Essen. "Und das ist nichts im Vergleich zu den Folgen, die eine Fingeramputation nach sich zieht." De Leo berichtete, dass Betroffene auch unter Ellenbogenschmerzen, Migräne und sogar Depressionen leiden können.

"Fingerspitzenverletzungen allein können schon zu einem Verlust von 20% der Handkraft führen und Menschen daran hindern, eine bestimmte Karriere zu verfolgen", fügte sie hinzu.

Quelle: BBC News, BAPRAS

16.11.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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