Vitamin-B12-Mangel in der frühen Kindheit beeinträchtigt oder verzögert möglicherweise Gehirnentwicklung

Kinder, die in ihrer frühen Kindheit unter einem Vitamin-B12-Mangel gelitten hatten, haben später bei kognitiven Tests mehr Schwierigkeiten als Gleichaltrige, die nicht von einem Mangel betroffen waren. So haben jene Kinder Probleme, Buchstaben zu erkennen, Puzzles zu vervollständigen und die Gefühle anderer Kinder zu interpretieren. Davon berichten Ingrid Kvestad von der Universität in Bergen und ihre Kollegen im „American Journal of Clinical Nutrition“.

"Unsere Ergebnisse zeigen eindeutig einen Zusammenhang zwischen dem frühen Vitamin-B12-Status und der Entwicklung von verschiedenen kognitiven Funktionen, wie zum Beispiel der Fähigkeit, komplexe geometrische Figuren zu interpretieren, und der Fähigkeit, die Emotionen andere Kinder zu erkennen", sagte Kvestad.

Dementsprechend deutet die Studie darauf hin, dass ein Vitamin-B12-Mangel die Entwicklung des Gehirns bei kleinen Kindern möglicherweise beeinträchtigt oder verzögert.

"Die Zahl der Kinder in Ländern mit niedrigem Einkommen, die sich nicht nach ihrem Potenzial entwickeln, ist groß." Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine frühzeitige Verbesserung des Vitamin-B12-Status bei diesen Kindern gewährleisten könnte, dass sie sich gesund entwickeln. Wir bestätigen derzeit unsere Ergebnisse in randomisierten kontrollierten Studien", erklärte Kvestad.

In Ländern mit niedrigem Einkommen und insbesondere in Südasien, wo viele Menschen nur wenig Fleisch und andere tierische Produkten zu essen bekommen, herrscht ein schlechter Vitamin-B12-Status vor. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Vitamin B12 wichtig für das sich entwickelnde Gehirn ist. Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte sind gute Vitamin-B12-Lieferanten. In pflanzlichen Produkten ist das Vitamin - wenn überhaupt - nur in geringen Mengen vorhanden.

Die Forscher sammelten Blutproben von 500 Kindern in Bhaktapur, Nepal, und maßen den B12-Status. Etwa 5 Jahre später kontaktierten sie 320 dieser Kinder und führten verschiedene Entwicklungs- und kognitive Tests durch. "Die meisten der nepalesischen Kinder, die an der Studie teilnahmen, hatten keine stark erniedrigten Vitamin-B12-Werte, aber die Werte waren nicht optimal und lagen unterhalb der Empfehlungen", verdeutlichte Kvestad.

"Unsere Studie ist ein kleiner Beitrag zu dem großen Puzzle des Verständnisses der Rolle des Vitamins B12 bei der kognitiven Entwicklung von kleinen Kindern", so Kvestad.

Quelle: ScienceDaily, Universität Bergen (Uni Research Health), American Journal of Clinical Nutrition





24.05.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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