Von 1990 bis 2015 hat die Kindersterblichkeit weltweit abgenommen

Professor Nicholas Kassebaum von der Universität in Washington in Seattle und seine Kollegen quantifizierten und analysierten die Ursachen der Sterblichkeit und der Fälle von Behinderungen bei Kindern und Jugendlichen aus 195 Ländern von 1990 bis 2015.

Die Forscher beobachteten zwar einen Rückgang der globalen Kinder- und Jugendmortalität von 14,18 Millionen Todesfällen im Jahr 1990 auf 7,26 Millionen im Jahr 2014, aber die Verteilung der Todesraten war ungleich. Im Vergleich zu 1990 hatten die Länder mit einem niedrigeren soziodemographischen Index im Jahr 2015 einen größeren Anteil der Sterblichkeitsbelastung (75% gegenüber 61%). Im Jahr 2015 traten die meisten Todesfälle in Südasien und Afrika südlich der Sahara auf. Die Verringerung der Todesfälle beruhte insgesamt auf besseren Behandlungsmöglichkeiten von Infektionen, Mangelzuständen und Störungen bei Neugeborenen, was zu einer relativen Zunahme der Bedeutung von nicht ansteckenden Krankheiten und Behinderungen bei der Bewertung der weltweiten Belastung führte.

Höhere Invaliditätsbelastung

Bei Kindern und Jugendlichen erhöhte sich die absolute Invaliditätsbelastung von 1990 bis 2015 um 4,3%, wobei das Bevölkerungswachstum und die verbesserten Überlebenschancen für Kinder und Jugendliche einen Großteil dieses Anstiegs ausmachten.

"Konsequente internationale Aufmerksamkeit und Investitionen haben zu einer nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in vielen Ländern geführt, obwohl der Fortschritt nicht gleich verteilt ist", fassen die Autoren zusammen.

Quelle: HealthDay, JAMA Pediatrics (1, 2)

17.05.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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