Zöliakie: Glutenfreie Diät bei Kindern noch erfolgreicher als bei Erwachsenen

Eine glutenfreie Diät ist die einzige Behandlung für Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung. Gluten, das Klebereiweiß aus Getreide, löst bei dieser Erkrankung Entzündungen im Darm aus. Schon kleinste Spuren von Getreidesorten mit Gluten, wie Dinkel, Weizen, Roggen, Hafer oder Gerste, in der Nahrung können ausreichen, um bei Zöliakie-Patienten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt zu verursachen. Die Autoren erklärten, dass es bisher wenig Forschungsarbeiten zur Wirksamkeit der glutenfreien Diät und deren Auswirkung auf die Beschwerden der Krankheit gegeben habe.

Um dies zu erforschen, haben die Experten die Krankenakten von mehr als 500 Kindern und Erwachsenen mit Zöliakie von 2002 bis 2015 analysiert.
Kinder litten demnach bei Zöliakie am häufigsten unter Magen-Darm-Beschwerden und deren Folgen, wie Bauchschmerzen, Durchfall und Gedeihstörungen. Bei den darmunabhängigen Symptomen traten Kleinwuchs, Müdigkeit und Kopfschmerzen in den Vordergrund. Die häufigsten Magen-Darm-Probleme bei Erwachsenen waren Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen, und außerhalb des Magen-Darm-Trakts: Eisenmangel, Müdigkeit und Kopfschmerzen sowie psychiatrische Störungen.

Zwei Jahre nachdem den Patienten geraten wurde, einer strengen glutenfreien Diät zu folgen, erlebten Kinder und Erwachsene am meisten Linderung ihrer Beschwerden, wie Blähungen, Durchfall, Gewichtsverlust und Bauchschmerzen, während sie in Bezug auf Verstopfung die geringste Verbesserung erlebten.
Bei Kindern hatten sich in diesem Zeitraum auch die Beschwerden außerhalb des Darms, in Form von Dermatitis herpetiformis (juckende Hautbläschen), Muskelschmerzen, Entzündungen im Mundraum, verspäteter Pubertät, Krampfanfälle, Eisenmangel-Anämie und niedergeschlagene Stimmung deutlich verbessert. Die geringste Verbesserung erzielte die Diät in Bezug auf Wachstum und psychiatrischen Störungen.

Erwachsene litten nach den zwei Jahren zwar weniger unter Dermatitis herpetiformis, abnormen Leberenzymen, Krampfanfällen und Eisenmangel-Anämie, erzielten aber am wenigsten Erfolge in Bezug auf ihre depressive Stimmung und Muskelschmerzen.

Sowohl Darmprobleme als auch andere Beschwerden besserten sich bei Kindern mit Zöliakie deutlicher als bei Erwachsenen. Das Team fand auch heraus, dass Frauen und Menschen, bei denen die Krankheitssymptome bereits seit längerem bestanden, sowie Patienten, die sich nicht strikt an die glutenfreie Diät hielten, weniger Erfolge in Bezug auf eine Linderung der Symptome aufwiesen.

"Diese Ergebnisse zeigen noch einmal, wie wichtig es ist, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und dass Betroffene eine glutenfreie Diät streng befolgen, da dadurch die besten Ergebnisse für sie erzielt werden können", schrieben die Autoren.

Quelle: American Academy of Pediatrics News/MDlinx, Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition


25.09.2017 / www.kinderaerzte-im-netz.de
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