Auf zum Barfuß-Abenteuer!

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„So zart sie auch aussehen mögen – Babyfüße sind stark genug, das Gewicht des Körpers zu tragen“, sagt Kinder- und Jugendarzt Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit. „Für ihre gesunde Entwicklung sind Schuhe nicht erforderlich, eher im Gegenteil."

Die Welt zu unseren Füßen

„Beim Barfuß laufen erschließt sich dem Kind eine neue Welt. Es erlebt zum ersten Mal, wie sich Sand, Gras, Kies, warmer oder nasser Boden anfühlt,“ erläutert Koletzko. „Das Laufen über Unebenheiten kräftigt die Muskulatur, festigt das Knochengerüst, trainiert die Gleichgewichtsempfindung und macht damit den Gang sicherer“.

Rund 98 Prozent aller Babys kommen mit gesunden Füßen zur Welt. Bis zum Erwachsenenalter haben sich bereits bei rund 60 Prozent der Menschen Fuß- und Haltungsschäden eingestellt. Laut aktuellen Untersuchungen tragen rund 80 Prozent der Kinder zu kurze Hausschuhe. Sie bemerken es sehr lange nicht selbst, wenn Schuhe zu klein sind. Deshalb sollten Eltern auch ohne sichtbaren Anlass alle zwei bis drei Monate überprüfen, ob Kinderschuhe bzw. Hausschuhe noch passen.

Tipps für Eltern

Im Alter von zwei bis vier Jahren wachsen Kinderfüße zwei bis drei Schuhlängen im Jahr, d.h. neue Schuhe werden mehrmals im Jahr benötigt:
Die beste Tageszeit zum Schuhekauf ist der Nachmittag. Dann sind die Füße eines Kindes durchs Laufen und Stehen etwas angeschwollen. Das verringert die Gefahr, zu kleine Schuhe mitzunehmen.

  • Durch Drücken auf die Schuhspitze („Daumenprobe“) lässt sich nicht genau feststellen, ob die Länge ausreicht. Dabei hilft ein Fußabdruck: Kinderfuß auf Pappe nachzeichnen und beim Ausschneiden etwa zwölf Millimeter an den Zehen zugeben. Passt diese Attrappe in den Schuh, hat er die richtige Länge.
  • Gegen die Weitergabe wenig getragener Kinderschuhe ist nichts einzuwenden, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Die „vererbten“ Schuhe müssten jedoch lang genug sein und sollten nicht verformt oder einseitig abgelaufen sein

„Schuhe braucht der Mensch nur zum Schutz gegen Kälte, Hitze und Verletzungen,“ so Koletzko. Am besten beginne das Kind auf eigenen Sohlen zu laufen – barfuß oder zum Beispiel auf Anti-Rutsch-Socken oder im Winter in biegsamen Hausschuhen. Übrigens tut Barfusslaufen auch den Füßen von Mama und Papa gut!

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam.

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quelle: Pressemeldung der Stiftung Kindergesundheit vom 22. Mai 2017
https://idw-online.de/de/news675043

 

Veröffentlichung: 13.09.2017 / HTR
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