Ausreichend Schlaf ist wichtig
für die Hirnreifung

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Langes Stillsitzen, konzentrieren, kreativ sein, sich in einer Gruppe fremder Gleichaltriger zurechtfinden – die Grundschulzeit stellt hohe Anforderungen an Kinder. Ausgeschlafen lernt es sich einfach besser. Das wissen Eltern schon lange. Züricher Forscher haben jetzt festgestellt, warum das so ist: Die noch unfertigen kindlichen Gehirne reagieren anders auf Schlafentzug als ausgewachsene.

Ausgereiftes Gehirngewebe enthält mehr Nerven, die mit isolierendem Material (Myelin-Scheiden) ummantelt sind. Bleiben Erwachsene länger wach als gewöhnlich, reagiert das Gehirn mit einem erhöhten Bedarf an Tiefschlaf. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Tiefschlaf in der vorderen Hirnregion, die Handlungen plant und steuert, Probleme löst und am Arbeitsgedächtnis beteiligt ist („präfrontaler Kortex“). Bei Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren zeigt sich der Tiefschlafeffekt hingegen stärker in den hinteren Hirnregionen („Parietal- und Okzipitallappen“).

Je mehr Myelin die einzelnen Gehirnabschnitte Heranwachsender enthalten, umso eher ähnelt auch das Tiefschlafverhalten dem ausgereifter Gehirne. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Schlafqualität mitverantwortlich ist, damit sich die Nervenverbindungen während der Kindheit und Jugend optimal entwickeln. Entsprechend wichtig ist ausreichender Schlaf.

Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

In den ersten Wochen nach der Geburt sind die Schlafphasen noch willkürlich auf Tag und Nacht verteilt. Mit drei Monaten bis neun Monaten wird langsam das nächtliche Durchschlafen gelernt. Je nach Veranlagung schläft ein Kind im Alter von sechs Monaten zwischen 10 und 18 Stunden pro Tag. Im Kindergartenalter, mit drei Jahren, benötigen Kinder im Mittel noch zwölf Stunden Schlaf und nur die Hälfte macht noch Mittagsschlaf. Mit fünf bis sechs Jahren entfällt der Mittagsschlaf schließlich auch bei den letzten Kindern, wobei etwa 11 Stunden täglich immer noch der Durchschnitt sind.

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:

Pressemitteilung der Universität Zürich vom 4. Oktober 2016

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de

Veröffentlichung: 13.03.2017 / HTR
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