Ein Jahr voller Masern

Masernausbrüche in München und Berlin machten 2013 Schlagzeilen. Mehr als 1.700 Masern-Patienten wurden bundesweit gemeldet. Der damalige Gesundheitsminister, selber frisch gebackener Vater, begann eine öffentliche Diskussion über die Masern-Impfung. Was ist dran am Medienhype und worauf sollten junge Eltern achten?

Wie gefährlich sind Masern?
Durch Ausbrüche in Deutschland und anderen europäischen Ländern in den vergangenen 20 Jahren weiß man, dass Masern trotz modernster Medizin auch heute noch gefährlich sind. Die Fakten:

  • Masern sind hoch ansteckend. Nahezu jeder, der mit dem Virus in Kontakt kommt, erkrankt auch.
  • Einer von 1.000 Masernkranken erleidet eine Gehirnentzündung, Folgeschäden sind möglich.
  • Ein bis drei von 10.000 Masernkranken sterben an der Infektion.
  • Einer von 1.000 bis 5.000 Masernkranken stirbt Jahre später an einem schleichenden Zerfall des Gehirns, subakute sklerosierende Panenzephalitis genannt (SSPE). Junge Säuglinge sind besonders gefährdet.

Im europäischen Raum wurden im Jahr 2011 insgesamt 30.567 Masernfälle gemeldet, darunter 27 Patienten mit Hirnentzündung und acht Todesfälle.

Wie gefährlich ist die Impfung?
Die Impfung besteht aus lebenden, aber stark abgeschwächten Viren. Komplikationen wie die echten Masern sie auslösen, sind von der Impfung nicht bekannt, Impfreaktionen sind jedoch möglich: Bei etwa zwei von 100 Geimpften kann es ein bis vier Wochen nach der Impfung zu einer "Impfkrankheit" mit Fieber verbunden mit einem schwachen masernnähnlichen Hautausschlag kommen. Gelegentlich schwillt die Ohrspeicheldrüse etwas an, selten auch der Hoden. Bei Jugendlichen und Erwachsenen (nur sehr selten bei Kindern) können die Gelenke schmerzen. Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter www.gesundes-kind.de/schutzimpfung/masern-impfung.jsp.

Autismus?
Der ehemalige Arzt Dr. Wakefield, dessen Forschung angeblich bewies, dass die Masern-Mumps-Röteln-Impfung Autismus auslösen kann, hat inzwischen öffentlich zugegeben, seine Ergebnisse gefälscht zu haben. Er darf nicht mehr praktizieren.

Was können Eltern tun?
Am häufigsten erkranken in Deutschland Kinder in den ersten beiden Lebensjahren, aber auch Erwachsene jenseits der 20 an Masern.

  • Achten Sie bei Ihrem Kind auf einen möglichst frühen vollständigen Schutz gegen Masern mit zwei Impfungen. Geimpft wird mit Masern-Mumps-Röteln- oder Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfstoff.
  • Wenn Sie nach 1970 geboren wurden, lassen Sie Ihren Impfschutz gegen Masern prüfen gegebenenfalls gleich vervollständigen!

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern auch als iPhone App (www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Bundesgesundheitsblatt 2013  56:12311237 (http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/M/Masern/BGBL_09_2013_Hotspot.html)
Epidemiologisces Bulletin 48/2013 (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/48/Art_01.html)

Veröffentlichung: 29.01.2014 / HTR
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