Folsäure bereits vor der Schwangerschaft wichtig!

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Nimmt eine Frau zu wenig Folsäure mit der Nahrung auf und wird sie schwanger, kann das Ungeborene Fehlbildungen erleiden, wie beispielsweise einen „offenen Rücken“, auch Spina bifida bzw. Neuralrohrdefekt genannt, oder eine Kiefer- und Gaumenspalte. Deshalb wird allen Frauen mit Kinderwunsch empfohlen, bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft und im ersten Schwangerschaftsdrittel täglich 400µg Folsäure in Tablettenform einzunehmen.

Eine gesunde Ernährung ist zwar sinnvoll, reicht aber einfach nicht aus, um solchen Fehlbildungen sicher vorzubeugen, darin sind sich alle Experten einig. Einig sind sich die Experten auch, dass hochdosierte Folsäurepräparate nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden sollten. Denn eine Überversorgung kann ebenfalls schaden. So besteht beispielsweise die Gefahr, dass Symptome eines Vitamin B12-Mangels überdeckt werden.

Was sind Folat und Folsäure?

Folat ist der Oberbegriff für ein wasserlösliches B-Vitamin. Es wirkt in Form von verschiedenen Verbindungen an zahlreichen Wachstums- und Entwicklungsvorgängen im Körper mit. Die synthetische Form dieses Vitamins heißt Folsäure. Sie ist insgesamt haltbarer – etwa gegen Hitze –als Folat aus der Nahrung. Um diese unterschiedlichen Verbindungen vergleichbar zu machen, wird von so genannten "Folsäure-Äquivalenten" gesprochen.

Das Ungeplante planen

Etwa die Hälfte aller Schwangerschaften tritt ungeplant ein. Bereits in den ersten vier Wochen der Schwangerschaft bildet sich beim Embryo das Neuralrohr. Dann wissen viele Frauen noch nicht, dass sie schwanger sind. Zudem erreicht ein Großteil der Erwachsenen hierzulande nicht die empfohlene Zufuhr von 300µg Folat-Äquivalenten pro Tag. Sie leiden damit zwar nicht automatisch unter Mangelerscheinungen, jungen Frauen wird aber deshalb bei Kinderwunsch zusätzliche Folsäure empfohlen. Zu gesunder Ernährung gehören Blattgemüse wie Spinat und Salat, aber auch Hülsenfrüchte, Tomaten, Orangen, Leber, Eier und Vollkornprodukte. Eine kleine Liste enthält das Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung:
www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-folat-und-folsaeure.pdf


Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team


Quellen

Empfehlungen der Verbraucherzentrale NRW e.V.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/folsaeureprodukte-wann-sind-sie-nuetzlich-5482; zuletzt abgerufen am 18.2.2019

Information der Stiftung Kindergesundheit
https://idw-online.de/de/news710295; zuletzt abgerufen am 18.2.2019

Tabelle der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.
https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/folat/; zuletzt abgerufen am 18.2.2019

Veröffentlichung: 25.02.2019 / HTR
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