Fünf Jahre zweifache Windpocken-Impfung: Auswirkungen und Aufgaben

Die Impfung gegen Windpocken ist im August 2004 neu in den Impfkalender für Kinder und Jugendliche aufgenommen worden. Die Einführung wurde von einer lebhaften Diskussion begleitet. Seit rund fünf Jahren (2009) wird in Deutschland zusätzlich eine zweite Impfdosis empfohlen.

Wer ist geimpft?

Bis heute werden nicht alle Kinder geimpft und nicht alle geimpften Kinder erhalten beide Impfungen bis zum empfohlenen Zeitpunkt dem zweiten Geburtstag. Im Jahr 2009 haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts, das sich auf verschiedene Quellen stützt, 72% bis 85% der Kinder bis zum zweiten Geburtstag eine Impfung gegen Windpocken erhalten. Zweimalig geimpft waren 38% bis knapp über 60% aller Zweijährigen.

Weniger Kranke

Obwohl nicht konsequent geimpft wird, erkranken heute deutlich weniger Kinder an Windpocken. Seit April 2005 bis März 2012 gingen die Fallzahlen um 85% zurück. Der Rückgang war mit 92% am stärksten bei den ein- bis vierjährigen Kindern, gefolgt von 80% bei den unter Einjährigen und 77% in der Altersgruppe fünf bis neun Jahre.

Es ist davon auszugehen, dass auch schwere Windpocken-Erkrankungen seltener geworden sind. Dazu gibt es in Deutschland leider keine Daten. In den USA wurde die Impfung 1995 eingeführt, seit 2006 wird zwei Mal geimpft. Die Impfrate für die erste Impfung liegt seit etwa fünf Jahren bei 90%. Die Erkrankungen sind im Gegenzug um etwa 90% zurückgegangen. Schon zu Zeiten als nur eine Impfdosis gegeben wurde, mussten 65% bis 88% weniger Einwohner (meist Kinder) wegen Windpocken im Krankenhaus behandelt werden.
Todesfälle durch Windpocken sind sehr selten. Trotzdem ließ sich in den USA beobachten, dass die Sterblichkeit durch diese Infektion bei Personen unter 50 Jahren um 74% zurückging. Am stärksten (um 92%) sank sie bei Kindern zwischen einem und vier Jahren.

Was Sie tun können
Die zweimalige Impfung gegen Windpocken schützt Kinder vor schweren Krankheitsverläufen. Wenn Ihr Kind älter als ein Jahr ist, lassen Sie beim nächsten Arzttermin prüfen, ob der Impfschutz vollständig ist. Besonders wichtig ist dies für Jugendliche, die noch nicht an Windpocken erkrankt waren. Ausführliche Informationen finden Sie auf unserer Website unter "Impfschutz A-Z".

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: https://www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Marin et al. Pediatrics. 2011 Aug;128(2):214-20) http://pediatrics.aappublications.org/content/128/2/214.full.html
Epidemiologisches Bulletin 7/2013 (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/Ausgaben/01_13.pdf?__blob=publicationFile)
Robert Koch-Institut: KV-Impfsurveillance: Auswertung von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Impfstatus/kv-impfsurveillance/kvis_node.html)
Siedler et al.: Euro Surveill. 2012;17(17):pii=20152 (http://www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=20152)

Veröffentlichung: 28.03.2013 / HTR
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