Gut gerüstet für den Schulstart

Gut gerüstet in die Schule

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Das Coronavirus SARS-CoV-2 und Schutzmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Maske tragen und die Impfung gegen COVID-19 bestimmen derzeit unseren Alltag. Darüber ist eine Reihe anderer gefährlicher Infektionskrankheiten fast in Vergessenheit geraten.

Dazu zählen Tetanus und Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung: Dank erfolgreicher Impfkampagnen und einer hohen Durchimpfung bei jungen Kindern sind diese Infektionskrankheiten in Deutschland zurückgegangen oder konnten ganz verdrängt werden. Damit dies so bleibt, sind nach einer Grundimmunisierung im Säuglingsalter, die im Rahmen der Sechsfach-Impfung erfolgt, spätere Auffrischimpfungen notwendig – denn der Schutz durch diese Impfungen hält leider nicht lebenslang an.

Wann stehen Auffrischimpfungen bei Kindern und Jugendlichen an?

  • Tetanus: Das Bakterium, das den sogenannten Wundstarrkrampf hervorruft, kommt weltweit vor und kann über kleine Wunden in den Körper gelangen. Etwa jeder zehnte Infizierte stirbt. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt eine erste Auffrischimpfung im Alter von fünf bis sechs Jahren und eine weitere im Alter von neun bis 16 Jahren.
  • Diphtherie: In westlichen Ländern treten nur noch Einzelfälle auf. Ohne Impfungen könnte sich diese lebensbedrohliche Infektionskrankheit jedoch rasch wieder verbreiten. Die Empfehlungen für Auffrischimpfungen entsprechen denen für Tetanus und erfolgen mit Kombinationsimpfstoff.
  • Keuchhusten (Pertussis): Die hochansteckende Infektionskrankheit ist zwar seltener geworden, doch immer noch werden in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Fälle gemeldet. Säuglinge sind besonders gefährdet, schwer zu erkranken. Gegen Keuchhusten sind ebenfalls Auffrischimpfungen in den genannten Zeiträumen mit Kombinationsimpfstoff vorgesehen.
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis): Schwere Behinderungen bis hin zum Tod können Folge einer Poliomyelitis sein. Das Polio-Virus tritt nur noch in wenigen Ländern auf, kann jedoch allein durch konsequente Impfungen weiterhin Schach gehalten und weltweit ausgerottet werden. Eine Auffrischimpfung ist im Alter von neun bis 16 Jahren fällig, bevorzugt mit Kombinationsimpfstoff.

Übrigens: Auch im Erwachsenenalter sind Auffrischimpfungen sowie weitere Impfungen empfohlen. Für Eltern und Großeltern ist daher ein Blick in den eigenen Impfpass ebenfalls empfehlenswert.

Weiteren Impfschutz komplettieren

Für Mädchen und Jungen ab dem Alter von neun Jahren empfiehlt die STIKO außerdem Impfungen gegen Humane Papillomviren (HPV), die Krebs verursachen können. Bitte prüfen Sie im Impfpass Ihres Kindes auch, ob der Impfschutz gegen Hepatitis B, Meningokokken, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken komplett ist und lassen Sie versäumte Impfungen baldmöglichst nachholen.

Während der Corona-Pandemie empfiehlt die STIKO zudem ab dem Alter von 12 Jahren die Impfung gegen COVID-19.

Darüber hinaus können im Schulalter weitere Impfungen sinnvoll sein – beispielsweise die Impfung gegen die durch Zecken übertragbare FSME in Risikogebieten oder die Impfung gegen Grippe (Influenza) insbesondere bei bestimmten Vorerkrankungen. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin wird Sie individuell beraten.

Einen Überblick über die empfohlenen Standard-Impfungen vom Säuglings- bis zum Seniorenalter finden Sie im Impfkalender.

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an die U-Untersuchungen und Standardimpfungen für Ihr Kind erinnern. Bei Fragen rund um das Thema Impfen können Sie sich auch an das Expertenteam von www.gesundes-kind.de wenden.


Quellen:

Epidemiologisches Bulletin 34/2021 - Empfehlungen der Ständigen Impfkommission STIKO (Stand: 26. August 2021)

Statistisches Bundesamt - Bildung, Forschung und Kultur (zuletzt abgerufen: 31. August 2021)

unicef - Impfungen sei Dank: 8 Krankheiten, die Sie fast vergessen haben (Stand: 29.04.2021)

Veröffentlichung: 31.08.2021 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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