Immer mehr Schulkinder erkranken an Keuchhusten

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Lange Zeit hatten nur die neuen Bundesländer überwacht, wie viele Einwohner im Jahr an Keuchhusten (Pertussis) leiden. Seit 2013 registrieren auch die alten Bundesländer die Anzahl der Krankheitsfälle. Die ersten drei Jahre bis 2016 wurden kürzlich ausgewertet. Das Ergebnis: Bundesweit ist die Zahl der Erkrankungen um gut ein Drittel auf rund 22.000 im Jahr 2016 gestiegen. Der Anteil Jugendlicher und Erwachsener an den Krankheitsfällen nimmt in den letzten Jahren zu. Es gibt große Impflücken bei den Auffrischimpfungen.

Was unterscheidet Keuchhusten von „normalem Husten“?

Keuchhusten kann in verschiedenen Formen auftreten. Der klassische Verlauf wird bei älteren Säuglingen, Klein- und Schulkindern beobachtet: Die Krankheit beginnt mit ca. zwei Wochen andauernden, grippeähnlichen Symptomen. Dann treten quälende Hustenanfälle über vier bis sechs Wochen auf. Die Hustenanfälle steigern sich vor allem nachts und können bis zum Erbrechen führen. Leisten- und Rippenbrüche können die Folge sein. Manchmal hinterlässt die Erkrankung auch bleibende Schäden an der Lunge oder den Bronchien.

Wer ist gefährdet?

Bei Jugendlichen und Erwachsene verläuft Keuchhusten ohne die typischen Hustenanfälle. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erkrankter alle anderen ungeschützten Familienmitglieder ansteckt, liegt bei fast 100 Prozent. Das ist besonders bedenklich, wenn es noch jüngere Geschwister gibt. Denn bei Säuglingen treten nicht selten Atemstillstände (Apnoen) anstatt Hustenanfällen auf. Sie können zum Tod führen, ohne das die Krankheit vorher bemerkt wurde. Am stärksten gefährdet sind junge, noch ungeimpfte Säuglinge unter sechs Monaten.

Was Sie tun können

  • Schützen Sie Ihr Baby so früh wie möglich durch die empfohlene Impfserie im Alter von 9 Wochen (2 Monaten) bis 4 Monaten. Im 14. Lebensmonat wird nochmal geimpft. In der Regel wird zu dieser „Grundimmunisierung“ Sechsfachimpfstoff verwendet.
  • Denken Sie bei älteren Geschwistern an die Auffrischimpfungen im Alter von fünf bis sechs Jahren und im Alter von neun bis 17 Jahren.
  • Achten Sie bei sich selbst und bei Freunden und Verwandten, die den neuen Erdenbürger begrüßen wollen, darauf, dass die letzte Impfung gegen Pertussis nicht länger als 10 Jahre zurück liegt. Das gilt übrigens auch für junge Paare, die ein Kind planen.

Ausführliche Informationen rund um Keuchhusten und die schützende Impfung finden Sie auch auf unserer Website unter „Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis)“.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:

Ärzteblatt 30. November 2017; zuletzt abgerufen am 13.01.2018)

Workshop Bericht: Drei Jahre bundesweite Keuchhusten-Meldepflicht; zuletzt abgerufen am 13.01.2018)

www.impfen-info.de; zuletzt abgerufen am 13.01.2018

Veröffentlichung: 16.01.2018 / HTR
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