Ist sicher wirklich sicher?

Impfstoffe werden gesunden Menschen gegeben. Deshalb werden an ihre Sicherheit insgesamt höhere Anforderungen gestellt als etwa an Arzneimittel zur Behandlung erkrankter Personen. Die Sicherheit ist schon vor der Zulassung neben der Wirksamkeit ein zentraler Prüfpunkt in Studien. Nach der Zulassung beginnt nahtlos die Überwachung durch das Meldewesen, je nach Impfstoff auch weitere Studien. Zudem wird der gesamte Herstellungsprozess laufend kontrolliert.

Ursache und Wirkung?
Wenn jemand wenige Tage nach einer Impfung z.B. an schweren Magenkrämpfen leidet, scheint zunächst die Impfung die logische Ursache zu sein. Allerdings bedeutet ein zeitlicher Zusammenhang noch lange keinen ursächlichen. Niemand käme auf die Idee, eine Säuglingsimpfung dafür verantwortlich zu machen, dass ein Kind Krabbeln lernt, obwohl oft ein enger zeitlicher Zusammenhang besteht.
Tritt nach einer Impfung eine unerwartete Reaktion oder Krankheit auf, meldet der Arzt oder die Ärztin den Der Verdacht einer Impfkomplikation an das zuständige Gesundheitsamt, welches die Daten an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weiterleitet. Apotheker und Impfstoffhersteller sind ebenfalls zur Meldung verpflichtet, damit kein Verdachtsfall übersehen wird. Das PEI bewertet alle diese Meldungen nach international vereinbarten Kriterien.

Ergebnisse
Alle Verdachtsfälle werden auf der Website des PEI veröffentlicht. Die jüngste Auswertung der gemeldeten Verdachtsfälle durch das PEI bezieht sich auf das Jahr 2013. Abgesehen von Berichten über vorübergehende Impfreaktionen (z.B. schmerzende Impfstelle) erhielt das PEI 43 Verdachtsmeldungen auf bleibenden Schaden. Bei dreien wurde eine Impfung als möglicher Verursacher gewertet. Es handelte sich jeweils um einen Abszess an der Impfstelle, von dem eine Narbe als bleibender Schaden zurückblieb. Für 11 weitere lagen zu wenige Informationen vor, für die restlichen 31 ließ sich kein Zusammenhang feststellen.

Das PEI erhielt zudem 15 Meldungen über tödliche Ereignisse. Für einem Fall lagen zu wenig Informationen vor, um ihn bewerten zu können, in 14 Fällen wurde kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und dem tödlichen Ereignis (z.B. Herzinfarkt) festgestellt.

Fazit
Diese Ergebnisse zeigen, dass bleibende Schäden nach einer Impfung heutzutage sehr selten sind. Ihnen stehen die bleibenden Schäden gegenüber, die durch die Krankheiten verursacht worden wären, die die Impfungen verhindern. Allein an den Masern würde etwa einer von 1.000 Patienten sterben.

Wie Sie mitwirken können
Wenn Sie nach einer Impfung ein unerwünschtes Ereignis feststellen, das über die normale Impfreaktion hinausgeht, informieren Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin!
Damit keine zufällig zeitgleich auftretende Erkrankung übersehen wird, verhalten Sie sich auch nach einer Impfung so wie ohne Impfung: Im Zweifel ärztlichen Rat suchen.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern auch als iPhone App (www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Weiterführende Links
Allgemeine Informationen zur Sicherheit von Impfstoffen:
www.gesundes-kind.de/impfberatung/sicherheit.jsp
www.pei.de/DE/infos/patienten/patienten-node.html
www.impfen-info.de/wissenswertes/sicherheit-von-impfungen/

Datenbank der Verdachtsmeldungen des Paul-Ehrlich-Instituts:
www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/pharmakovigilanz/uaw-datenbank/uaw-datenbank-node.html


Veröffentlichung: 09.11.2015 / HTR
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