Keuchhusten-Impfung für Erwachsene schützt Kinder

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Warum ist Keuchhusten gefährlich?

Keuchhusten (Pertussis) wird durch das Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst. Es ist hoch ansteckend. Die ersten Anzeichen einer Infektion beginnen wie eine einfache Erkältung und gehen in der zweiten Krankheitsphase für Wochen bis Monate in schwere krampfartige Hustenanfälle über. Bei Säuglingen ist das Krankheitsbild oft uncharakteristisch, nicht selten stehen Atemstillstände (Apnoen) im Vordergrund, die zum Tod führen können.

Ungeimpfte Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten sind deshalb am stärksten gefährdet. Viele Krankenhausbehandlungen und fast alle Todesfälle durch Keuchhusten in Deutschland betreffen diese Altersgruppe.

Erkältung oder Keuchhusten?

Eigentlich müsste es doch ganz einfach sein: Wer krank ist, hält sich von Neugeborenen fern. Aber Keuchhusten ist bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nur mit Hilfe einer Laboruntersuchung eindeutig feststellbar. Wenn ein Familienmitglied scheinbar nur an etwas Husten leidet, wird es gewöhnlich keine Arztpraxis aufsuchen. Erweist sich der Husten als so hartnäckig, dass ein Verdacht auf Keuchhusten entsteht, hat sich das Jüngste schon längst angesteckt.

Aktuelle Daten sprechen von etwa 13.000 Erkrankungen an Keuchhusten in Deutschland pro Jahr. Aber das ist nur die Spitze des Eisberges, denn die Dunkelziffer ist sehr hoch. Rund zwei Drittel aller an Keuchhusten Erkrankten sind Erwachsene. Davon müssen etwa 2% im Krankenhaus behandelt werden. Im Vergleich dazu benötigen 43% aller an Keuchhusten erkrankten Säuglinge im ersten Lebensjahr eine stationäre Behandlung.

Bei Tetanus-Auffrischung an Keuchhusten-Impfung denken!

Die Ständige Impfkommission hat ihre Impfempfehlungen zu Keuchhusten erneut überprüft und lässt sie derzeit unverändert. Gegen Keuchhusten (Pertussis) geimpft werden sollten:

  • Säuglinge im Alter von zwei, drei und vier Monaten sowie mit elf bis 14 Monaten (Grundimmunisierung mit vier Teilimpfungen)
  • Kinder mit fünf bis sechs Jahren (eine Impfdosis vor Schuleintritt)
  • Jugendliche mit neun bis 16 Jahren (eine Impfdosis )
  • alle Erwachsenen (einmalig die nächste Tetanus-/Diphtherie-Auffrischimpfung zusammen mit Pertussis als Mehrfachimpfung durchführen, bei Bedarf auch gleichzeitig gegen Kinderlähmung)
  • wenn die letzte Impfung 10 Jahre oder mehr zurückliegt, sollten Frauen im gebärfähigen Alter eine Impfdosis erhalten, gleiches gilt für enge Kontaktpersonen eines Neugeborenen wie seine Eltern, Geschwister, Großeltern, Babysitter oder Tagesmütter spätestens vier Wochen vor der Geburt
  • Personal im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen alle 10 Jahre

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen
Stellungnahme der Ständigen Impfkommission vom 15. März 2019
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/15_19.pdf; zuletzt abgerufen am 29.04.2019

Leitlinie für Ärzte zur Diagnose von Keuchhusten bei Erwachsenen und Kindern
https://journal.chestnet.org/article/S0012-3692(18)32575-3/fulltext

Veröffentlichung: 09.05.2019 / HTR
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