Langes Stillen beugt Resistenzen vor

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Antibiotika sind Medikamente, die gegen bakterielle Erkrankungen wirken. Vor ihrer Entdeckung war der Mensch Krankheiten wie Tuberkulose, Pest oder Syphilis praktisch hilflos ausgeliefert. Antibiotika werden erst seit 1941 eingesetzt. Heute weiß man, wie wichtig es ist, sie sehr gezielt und laut Vorschrift einzunehmen. Durch fehlerhaften Gebrauch entwickelten sich weltweit Bakterienstämme, die resistent gegen eines oder mehrere Antibiotika sind, das heißt, die Antibiotika können den Bakterien nichts mehr anhaben. Andererseits gehen in Ländern, die seit mehreren Jahren viel Wert auf korrekte Anwendung legen, die Resistenzen wieder zurück.

Von der Mutter auf das Kind

Eine aktuelle finnische Studie beobachtete 16 Mutter-Kind-Paare ab Geburt bis ein halbes Jahr später. Untersucht wurde die Anzahl und Art resistenter Bakterien im Magen-Darm-Trakt und wie häufig deren Erbgut in der Muttermilch vorkommt. Die Forscher wollten wissen, ob resistente Bakterien von der Mutter auf das Kind übertragen werden können. Säuglinge, die in diesem Zeitraum Antibiotika erhielten, wurden nicht in die Studie aufgenommen. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Längeres Stillen schützt vor resistenten Bakterien. Bei Säuglingen, die mindestens sechs Monate gestillt wurden, wiesen die Darm-Bakterien seltener Resistenzen gegen Antibiotika auf.
  • Resistenzen werden von der Mutter auf das Kind übertragen. Babys, deren Mütter unter der Geburt Antibiotika erhielten, hatten noch nach einem halben Jahr häufiger Bakterien mit Resistenz-Genen im Darm als Kinder, deren Mütter während der Geburt nicht behandelt werden mussten.
  • Mit der Muttermilch werden ebenfalls Resistenz-Gene auf die Bakterien im Magen-Darm-Trakt des Säuglings übertragen. Dennoch verringert Stillen im Endeffekt die Häufigkeit solcher Bakterien beim Baby.

Was Sie tun können?

Die gute Nachricht lautet also, dass Stillen auch in dieser Hinsicht vorteilhaft für das Kind ist. Es ist wichtig, dass Frauen im Krankheitsfall ihre behandelnde Ärztin bzw. ihren behandelnden Arzt darauf hinweisen, falls sie schwanger sind oder stillen, damit geeignete Medikamente verordnet werden können. Wenn Antibiotika verschrieben wurden, ist es außerdem entscheidend, diese genau nach Vorschrift einzunehmen: Die verordnete Menge, die vorgeschriebenen Einnahmezeiten und die Einnahmedauer sollten unbedingt eingehalten werden. Dadurch helfen stillende Mütter mit, die Wirksamkeit von diesen lebensrettenden Medikamenten zu erhalten – bei sich selbst, für ihr Kind und schlussendlich für alle Menschen.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team


Quellen:
Maternal gut and breast milk microbiota affect infant gut antibiotic resistome and mobile genetic elements, Nature Communications 24. Sept 2018; zuletzt abgerufen am 19.11.2018
Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; zuletzt abgerufen am 19.11.2018

Veröffentlichung: 05.12.2018 / HTR
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