Magnete verschluckt: sofort zum Arzt!

Magneten faszinieren Menschen in jedem Alter. Unsichtbare Kräfte ziehen Teile zueinander oder verhindern, dass sie sich berühren. Taschen schließen sich ohne Knopf, bunte Tiere verschönern die Kühlschranktür und sogar eine große Schöpfkelle wird nur an einem Punkt am Metallregal gehalten. Magnetbaukästen und ästhetische Skulpturen aus kleinen Magnetkugeln sind beliebte Geschenke. Kinderärzte warnen jedoch davor, dass Magnete für Kleinkinder sehr gefährlich sein können.

Gelassenheit fehl am Platz
Die meisten Fälle von Verschlucken eines Fremdkörpers betreffen Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren. In diesem Alter wird die Umwelt noch häufig mit dem Mund erforscht. Steinchen, Cent-Stücke, Erdnüsse oder Murmeln werden dabei schonmal verschluckt. Bei kleinen runden Teilen, die nicht in der Speiseröhre stecken bleiben, können Eltern in der Regel gelassen abwarten, bis sie sich in der Windel wiederfinden.

Das gilt jedoch nicht für Magneten. Mehrere Magnete können aneinander haften, Gewebe kann über mehrere Darmschlingen hinweg eingeklemmt werden, der Weitertransport im Darm kann stoppen. Durchblutungstörungen im eingeklemmten Gewebe führen zu Entzündungen. Auf Dauer droht ein Darmdurchbruch, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Deshalb sollte bei verschluckten Magneten umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.

Tipps für Eltern:
  • Verschluckbare Magnetteile z.B. Neodym-, "Super-" oder Kühlschrankmagnete im Haushalt nicht nutzen oder entfernen, wenn Nachwuchs angekommen ist.
  • Magnetbaukästen älteren Geschwistern erst schenken, wenn das jüngere keine Kleinteile mehr verschluckt (etwa mit drei Jahren).
  • Ist schon Magnetspielzeug vorhanden, sollte damit nur in einem Zimmer gespielt werden, zu dem das jüngere Geschwister keinen Zutritt hat. Ein Laken auf dem Boden verhindert, dass Teile versehentlich liegen bleiben und später vom Jüngeren verschluckt werden.
  • Wenn kleine Kinder unter Bauchschmerzen und Erbrechen leiden, immer auch überlegen, ob das Kind versehentlich Zugang zu Magneten gehabt haben könnte.
  • Bei Verdacht auf verschluckte Magneten sofort ärztliche Hilfe suchen!

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
Pressemeldung des BVKJ vom 25. Juni 2014 (http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/verschluckte-magnetteile-sind-ein-notfall/)
H. Renz-Polster, N. Menche, A. Schäffler: Gesundheit für Kinder, 7. überarbeite Auflage 2014, Kösel-Verlag München

Veröffentlichung: 29.08.2014 / HTR
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