Mehr Tranzparenz für Bürger

Wie wird überhaupt entschieden, welche Impfungen für alle Bürger empfohlen werden? Welchen Einfluss haben Industrieinteressen darauf und wie wird sicher gestellt, dass Nebenwirkungen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie entscheidet die Ständige Impfkommission (STIKO) über Impfungen?
In ihren Anfängen, beginnend mit dem Jahr 1972, war die STIKO ein Beratergremium von Impfexperten, das die Bundesländer wissenschaftlich unterstützte. Im Laufe der Jahrzehnte hat ihre Bedeutung zugenommen und sie gab sich eine Geschäftsordnung, um ihre Arbeit nachvollziehbar zu machen. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung wissenschaftlicher Studien in vielen medizinischen Bereichen stark zugenommen (Stichworte: GRADE, EbM). Seit 2011 folgt die STIKO einem sehr aufwändigen Bewertungsverfahren (siehe "Aufgaben und Methodik" unter www.stiko.de). Seit neuestem veröffentlicht die STIKO dort auch die Protokolle ihrer Sitzungen.

Wer hat noch Einfluss auf Impfempfehlungen?
Ein Schaubild zeigt, wer noch alles an Impfempfehlungen in Deutschland beteiligt ist: www.impfen-info.de/no_cache/hintergrundwissen-impfen/wie-impfempfehlungen-zustande-kommen/

Wie unabhängig ist die STIKO?
Jedes Mitglied der STIKO muss über mögliche Interessenskonflikte Auskunft geben und im Falle eines Konfliktes gegebenenfalls die Sitzung zeitweise verlassen: www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Mitgliedschaft/Interessenskonflikte/interessenskonflikte_node.html

Wo steht, welche Nebenwirkungen nach Impfungen auftreten können?
Vor jeder Impfung müssen Ärzte mündlich oder schriftlich den Patienten über mögliche normale Reaktionen auf die Impfung und mögliche Nebenwirkungen aufklären (siehe auch "Sicherheit von Impfungen" unter www.stiko.de).
Darüber hinaus werden alle gemeldeten Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen nach Impfungen vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) veröffentlicht: www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/pharmakovigilanz/uaw-datenbank/uaw-datenbank-node.html
Das PEI gibt etwa einmal jährlich eine Übersicht, wie alle diese Verdachtsmeldungen bewertet wurden: siehe "Patienten und Verbraucher" unter www.pei.de
Wird ein bisher unbekanntes Risiko festgestellt, wird die Öffentlichkeit traditionell sofort per Rote-Hand-Brief informiert. Außerdem wird über aktuelle Sicherheitsfragen im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit berichtet: www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/pharmakovigilanz/bulletin-zur-arzneimittelsicherheit/bulletin-arzneimittelsicherheit-node.html

An wen kann ich mich wenden, wenn nach der Impfung eine Krankheit auftritt?
Es ist ganz wichtig, dass Sie Ihre Beobachtung dem Impfarzt/der Impfärztin mitteilen. Zum einen kann Ihnen oder Ihrem Kind dann geholfen werden, zum anderen wird dadurch der Verdacht auf unerwünschte Wirkung einer Impfung an das Gesundheitsamt und/oder an das PEI gemeldet. Von Seiten starker Impfkritiker wurde immer wieder vorgebracht, dass Patienten sich gar nicht trauen würden, Nebenwirkungen nach Impfungen ihrem Arzt/ihrer Ärztin mitzuteilen, oder dass sie abgewimmelt würden. Seit kurzem können Patienten vermutete Impfnebenwirkungen auch selber an das PEI melden: https://verbraucher-uaw.pei.de/fmi/iwp/cgi?-db=Verbraucher-UAW&-loadframes

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: https://www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern jetzt auch gratis als iPhone App (https://www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Veröffentlichung: 06.07.2013 / HTR
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