Meningokokken-C-Impfung wirkt

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Seit zehn Jahren wird Kindern in Deutschland im zweiten Lebensjahr eine Dosis Meningokokken-C-Impfstoff empfohlen. Fehlende Impfungen können bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Allerdings hat es einige Jahre gedauert, bis die Impfung allgemein angenommen wurde. Im Jahr 2008 war nur rund die Hälfte der Einschüler immunisiert, inzwischen sind es immerhin 89 Prozent. Dennoch hat das Robert Koch-Institut (RKI) schon jetzt Hinweise dafür gefunden, dass durch die Impfung weniger Kinder und Jugendliche an Meningokokken C erkranken.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken sind Bakterien, die vor allem Hirnhautentzündung und Blutvergiftung verursachen, so genannte invasive Infektionen. Eine Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Kinder unter zwei Jahren sind besonders gefährdet. Es gibt verschiedene Untergruppen des Erregers: die Serogruppen. Sie werden von Experten mit unterschiedlichen Buchstaben bezeichnet, z.B. A, C oder Y. Gegen die Serogruppe C stand der erste Meningokokken-Impfstoff zur Verfügung, der auch für Kinder unter zwei Jahren geeignet ist.

In den Jahren 2012 bis 2015 wurden insgesamt 1.283 invasive Meningokokken-Erkrankungen an das RKI gemeldet. Rund ein Drittel dieser Patienten war unter fünf Jahre alt und etwa jeder Zehnte (9,6 Prozent) starb an der Erkrankung.

Impfen schützt

Seit die Kinderimpfung gegen Meningokokken C empfohlen wird, sind in allen Altersgruppen unter 19 Jahren Erkrankungen durch diesen Erreger deutlich zurückgegangen. Fast alle im Berichtszeitraum an Meningokokken C Erkrankten (98,6 Prozent) waren ungeimpft. Erfahrungen anderer Länder, wie z.B. Großbritannien, haben gezeigt, dass gegen Meningokokken C Herdenimmunität erreicht werden kann, wenn auch Jugendliche zu mehr als 90 Prozent geimpft sind. Dann sind auch Personen mit defektem Immunsystem geschützt.

 

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Quelle:

Epidemiologisches Bulletin 43/2016

Veröffentlichung: 06.02.2017 / HTR
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