Mumps - gibt es das heute noch?

Erst seit 2013 ist Mumps in ganz Deutschland eine meldepflichtige Krankheit. Zuvor haben nur die östlichen Bundesländer Daten dazu gesammelt. Existiert diese klassische Kinderkrankheit überhaupt noch? Wie viele Mumps-Patienten gibt es eigentlich in Deutschland?

Diesen Fragen ging eine Studie des Robert Koch-Instituts nach, die anonyme Abrechnungsdaten der Krankenkassen aus den Jahren 2007 bis 2011 ausgewertet hat. Außerdem wurden freiwillige Meldungen von Ärzten während eines großen Mumps-Ausbruchs in Bayern (2010/2011) mit den Abrechnungsdaten verglichen.

Hohe Dunkelziffer
Das Ergebnis war auch für Fachleute überraschend: Die Dunkelziffer für Mumps-Erkrankungen liegt 8 bis 13 mal höher als aus offiziellen Meldungen bekannt. Außerdem erkranken Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 mindestens ebenso häufig an Mumps wie Kinder unter 10 Jahren.

In den Jahren 2007 bis 2011 behandelten Ärzte in den alten und neuen Bundesländern insgesamt 32.330 Mumps-Patienten. In den neuen Bundesländern waren drei Viertel der Patienten ungeimpft, ein Viertel hatte eine Impfung erhalten, darunter wenige auch zwei Impfungen. Während des Ausbruchs in Bayern waren 58 Prozent der Patienten ungeimpft und 42 Prozent hatten eine Impfung erhalten, wenige auch zwei Impfungen.

Komplikationen
Typische Komplikationen des Mumps sind Entzündungen der Hoden, der Bauchspeicheldrüse, der Hirnhäute und des Gehirns. Sie traten auch in dieser Studie auf. In den neuen Bundesländern mussten rund 7 Prozent der Mumpsfälle im Krankenhaus behandelt werden. Während des Ausbruchs in Bayern waren es sogar fast ein Fünftel (19%).

Was Sie tun können
Fehlende Impfungen sind bis ins Erwachsenenalter hinein die wichtigste Ursache für Mumps-Erkrankungen. Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder bis zum zweiten Geburtstag beide Impfungen erhalten haben. Geimpft wird mit Masern-Mumps-Röteln- oder mit Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfstoff. Ältere Kinder und Jugendliche sollten noch fehlenden Impfschutz nachholen. Wenn Sie selber nach 1970 geboren wurden und unsicher sind, ob Sie ausreichend geimpft wurden, lohnt auch für Sie der Impf-Check.
Ob in Zukunft häufiger gegen Mumps geimpft werden sollte, wird in Fachkreisen noch lebhaft diskutiert.  

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quelle: Mumpsepidemiology in Germany 2007-2011 (Takla et al. Euro Surveill. 18 (33):) pii=20557)

Veröffentlichung: 03.12.2013 / HTR
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