Neu im Impfkalender: Impfung gegen Rotaviren für alle Säuglinge

Bereits seit Juli diesen Jahres empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Säuglingen die Impfung gegen Rotaviren (Brechdurchfall).

Die Krankheit
Rotaviren verursachen vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern einen Magen-Darm-Infekt mit Erbrechen, wässrigen Durchfällen, Fieber und Bauchkrämpfen. Je kleiner die betroffenen Kinder, umso schwerer verläuft meistens diese Erkrankung. Ein großer Flüssigkeits- und Salzverlust durch Brechdurchfall kann schnell zu einer gefährlichen Austrocknung führen. Rotaviren sind zudem hoch ansteckend und können sich zum Beispiel in Gemeinschaftseinrichtungen sehr schnell verbreiten. Bis zum 3. Lebensjahr haben 90% aller Kinder eine Rotavirusinfektion durchgemacht. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 20.000 Kinder wegen Rotaviren im Krankenhaus behandelt, davon etwa 50 in der Intensivmedizin.

Die Impfung
Es handelt sich um eine Schluckimpfung, welche abhängig vom Impfstoff zwei oder drei Mal im Abstand von je vier Wochen gegeben wird. Sie besteht aus zwei bzw. drei Impfdosen und sollte möglichst früh ab einem Alter von sechs Wochen begonnen werden. Bis zum Alter von 16 bzw. 22 Wochen sollte die Impfserie möglichst abgeschlossen sein, spätestens jedoch bis zum Alter von 24 bzw. 32 Wochen.

Es ist grundsätzlich wichtig, dass die Impfserie möglichst frühzeitig beendet wird, weil mit dem Alter das sehr geringe, aber vorhandene Risiko einer Darmeinstülpung (1-2 auf 100.000 Geimpfte) zunimmt.

Gut zu wissen
  • Händewaschen und selbst modernste Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern können die Übertragung des Rotavirus kaum verhindern. Schon 10 Viren reichen zur Ansteckung.
  • Jedes Kind, das innerhalb einer Woche nach der Impfung an starken Bauchschmerzen, anhaltendem Erbrechen und/oder blutigen Stühle erkrankt, sollte sicherheitshalber umgehend einem Arzt/einer Ärztin vorgestellt werden.
  • Kinder machen in den ersten Lebensjahren zahlreiche Magen-Darm-Infektionen durch. Die Impfung schützt nur vor dieser besonders schweren Form.
  • Stillen macht die Impfung nicht unwirksam. Trotzdem sollte vorsichtshalber möglichst nicht unmittelbar vor oder nach der Impfung gestillt werden.
  • Erfahrungen in anderen Ländern oder einigen deutschen Bundesländern (z.B. Österreich, USA, Brandenburg) zeigen, dass die Krankenhauseinweisungen kleiner Kinder aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen schon innerhalb weniger Jahre nach der Empfehlung stark zurückgehen.
  • Zur Zeit wird die Impfung gegen Rotaviren noch nicht von allen Krankenkassen erstattet. Welche Krankenkassen die Kosten tragen erfahren Sie hier: www.gesundes-kind.de/rotavirenimpfung-erstattungen/auswahl.jsp

Mehr Informationen zu der Erkrankung und der Impfung finden Sie auch auf unserer Website: www.gesundes-kind.de/schutzimpfung/rotaviren-info.jsp

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine erinnern auch als iPhone App www.gesundes-kind.de/recall/anmeldung/default.jsp).

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Teamf

Quelle:
Robert Koch-Institut, Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, www.stiko.de (http://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html)

Veröffentlichung: 19.09.2013 / HTR
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