Neues FSME-Risikogebiet in Niedersachsen

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„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden, belebenden Blick […] Jeder sonnt sich heute so gern“, dichtete Goethe in seinem berühmten „Osterspaziergang“ und beschreibt damit wortgewaltig, wie mächtig uns die ersten wärmenden Sonnenstrahlen hinaus locken. Damit ist der Mensch jedoch nicht allein.

Wenn die Temperaturen über 7°C steigen, kommen auch die Zecken aus ihren Winterverstecken. Diese Spinnen-Verwandten ernähren sich von Blut und bleiben dafür mehrere Tage am Körper ihres Wirtes hängen. Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Dazu gehören unter anderem das FSME-Virus, das sofort beim Stich auf den Wirt übergeht und Borrelien, eine Bakterienart, die erst nach mehrstündigem Saugen übertragen wird.

Gesund bleiben beim Frühlingsspaziergang

Deshalb wird beim Aufenthalt in der freien Natur dazu geraten, festes Schuhwerk und geschlossene Kleidung zu tragen - insbesondere, wenn es querfeldein geht. Auch zeckenabwehrende Mittel geben einen gewissen Schutz. Trotz allem ist es sinnvoll, sich nach dem Spaziergang gründlich auf Zecken abzusuchen, auch abends vor dem Spiegel. Sitzt ein Tier schon fest, sollte es umgehend mit einer Pinzette oder Zeckenkarte so nah wie möglich an der Haut erfasst und zügig nach oben herausgezogen werden. Wichtig ist, das Tier nicht am Hinterleib zu quetschen. Das erhöht das Infektionsrisiko.

Zwar tragen nicht alle Zecken Krankheitserreger in sich, kommt es jedoch zu einer Infektion, können sowohl eine FSME als auch eine Borreliose in manchen Fällen schwere Schäden hinterlassen. Gegen Borreliose stehen Antibiotika zur Behandlung zur Verfügung. Die Infektion wird jedoch anfangs leicht übersehen. Gegen das FSME-Virus ist nur eine vorbeugende Impfung wirksam. Sie wird allen empfohlen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder sich dort aufhalten und von Zecken gestochen werden könnten.

2019 mehr Risikogebiete

Borrelien können in ganz Deutschland von Zecken übertragen werden. Das Verbreitungsgebiet des FSME-Virus war bislang auf die südliche Hälfte Deutschlands beschränkt. In diesem Jahr ist leider ein neuer Rekord zu verzeichnen: Mit dem Emsland ist der mit Abstand bislang nördlichste Landkreis betroffen. Außerdem sind angrenzend an bestehende Risikogebiete in Sachsen und Bayern noch vier Kreise hinzugekommen: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg a. Lech und Kaufbeuren.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam. Empfehlen Sie uns weiter!

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impfungen für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team


Quellen

Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Zecken, Zeckenstich, Infektion
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/FSME/Zecken/Zecken.html; zuletzt abgerufen am 19.2.2019

Bilderserie "Entfernung einer Zecke" des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/doc/zeckenentfernung.pdf; zuletzt abgerufen am 19.2.2019

Epidemiologisches Bulletin 07/2019
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/07_19.html; zuletzt abgerufen am 19.2.2019

Veröffentlichung: 25.02.2019 / HTR
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