Schnupfen & Co: (K)ein Grund, nicht zu impfen?

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Die überwiegende Mehrheit der Eltern ist dem Impfen gegenüber positiv eingestellt. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungsbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Thema Impfen. Mehr als drei Viertel der befragten Eltern bezeichneten sich selbst als Impfbefürworter. 16 Prozent gaben an, dem Impfen teils befürwortend, teils ablehnend gegenüberzustehen, nur 7 Prozent waren (eher) ablehnend.

Was hindert Eltern, Impfungen wahrzunehmen?

Dennoch kommt es vor, dass empfohlene Impfungen nicht in Anspruch genommen werden. Die Hälfte der befragten Eltern gab an, dass sie ihr Kind schon einmal nicht impfen ließen, weil es zum Impftermin einen Infekt hatte oder es ihm nicht so gut ging. Zu den weiteren Gründen, warum Impfungen nicht wahrgenommen wurden, zählte die Befürchtung, das Kind könnte körperlich zu stark belastet werden. Manchmal wurden Impfungen aber auch im Alltagstrubel vergessen.

Wann darf geimpft werden – und wann nicht?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) unterbleiben notwendige Impfungen häufig, weil bestimmte Umstände irrtümlich als Kontraindikationen angesehen werden, das heißt als Umstände, bei denen nicht geimpft werden dürfte. Doch banale Infekte wie Husten und Schnupfen, auch wenn sie mit leicht erhöhter Temperatur (bis 38,5 °C) einhergehen, sind kein Grund, einen Impftermin zu verschieben. Weitere „falsche Kontraindikationen“ sind z.B. Krampfanfälle in der Familie oder Fieberkrämpfe in der Vorgeschichte. Auch bei den meisten chronischen Erkrankungen darf – oder soll sogar – geimpft werden.

Bei akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankungen und Fieber sollte allerdings erst nach der Genesung geimpft werden. Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs können Impfhindernisse darstellen. Im Einzelfall kann es weitere Gründe geben, die gegen bestimmte Impfungen sprechen. Lassen Sie sich am besten von Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt individuell beraten. Zudem wird Ihr Kind vor jeder Impfung gründlich untersucht, um akute, fieberhafte Infektionen auszuschließen.

Auch in Zeiten von Corona sollten Sie empfohlene Kinderimpfungen durchführen lassen. Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es keine Hinweise darauf, dass dadurch die Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 beeinflusst wird. Erfolgt eine Impfung gegen COVID-19, sollte davor und danach zu anderen planbaren Impfungen ein Abstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden – für Notfallimpfungen gilt dieser Mindestabstand nicht.

Lassen Sie sich von unserem Erinnerungsservice  an die U-Untersuchungen und Standardimpfungen für Ihr Kind erinnern. Bei allgemeinen Fragen rund um das Thema Impfen können Sie sich auch an das Expertenteam von www.gesundes-kind.de wenden.

 

Quellen

„Infektionsschutz: Einstellungen, Wissen und Verhalten von Erwachsenen und Eltern gegenüber Impfungen. BZgA-Forschungsbericht, April 2021 (zuletzt abgerufen am 17.06.2021)

„Kontraindikationen zur Durchführung von Impfungen“. Antworten des Robert Koch-Instituts (RKI) auf häufig gestellte Fragen (zuletzt abgerufen am 17.06.2021)

Andere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in der Pandemie“. Antworten des Robert Koch-Instituts (RKI) auf häufig gestellte Fragen (zuletzt abgerufen am 17.06.2021)

Veröffentlichung: 23.06.2021 / Redaktion Gesundes-Kind.de
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