Schutz gegen schlimme "Erkältung"

Die Erkältungszeit ist für Eltern und Babys schwierig: Anna (3 Monate) ist den ganzen Tag über quengelig. Sie trinkt nicht mehr richtig, weil ihre Nase verstopft ist, und nachts wacht sie mindestens drei Mal auf, obwohl sie schon durchgeschlafen hatte, beschreibt ihre Mutter die vergangene Woche.

So wie Annas Mutter geht es in Herbst und Winter vielen jungen Eltern. Oft ist eine Erkältung die ersten Krankheit im Leben eines Babys. Die röchelnden Atemgeräusche und dass ständige Quengeln sind schwer auszuhalten. Zusätzliche Störfaktoren möchte man dann möglichst vermeiden. Einige Eltern stehen deshalb auch Impfungen in der Winterzeit eher zurückhaltend gegenüber.

Erst Schnupfen, dann Erstickungsanfälle
Eine Reihe von Krankheiten, gegen die im Säuglings- und Kleinkindalter geimpft wird, können zunächst wie eine harmlose Erkältung mit Schnupfen, Husten oder Halsweh beginnen: Keuchhusten, Haemophilus-influenzae-b-Erkrankungen, Diphtherie aber auch Pneumokokken- und Meningokokken-Erkrankungen.
Im weiteren Verlauf können diese Erreger im Gegensatz zu einer banalen Erkältung schwer krank machen. Beispielsweise kann der Kehlkopf sich so stark entzünden, dass die Atmung bedrohlich behindert ist, oder Halsweh kann sich zur Lungenentzündungen ausweiten, Husten zu Anfällen von Atemnot und eine Mittelohrentzündungen auf das Gehirn übergreifen.

Manche dieser Infektionen sind sehr langwierig, andere verschlechtern sich innerhalb weniger Stunden rapide schwierig, wenn dann grade Nacht ist und die Eltern schlafen. Bis klar ist, dass es sich nicht um eine normale Erkältung, sondern eine gefährliche Infektion handelt, kann es schon zu spät sein.  

Suchen Sie ärztliche Hilfe auf wenn:
  • eine Erkältung nach einer Woche bis zehn Tagen noch nicht überstanden ist.
  • die Beschwerden und das Fieber nach einigen Tagen eher schlechter als besser werden.
  • anhaltend hohes Fieber am dritten Tag noch nicht zurückgeht.
  • das Kind starke Ohrenschmerzen bekommt.
  • das Kind Atemprobleme bekommt.
  • das Kind starke Kopfschmerzen verbunden mit Nackensteife und eventuell Erbrechen bekommt.

Eltern geimpfter Kinder haben nach Abschluss der Grundimmunisierung die Gewissheit, dass zumindest die beschriebenen sehr schweren Infektionen bei ihren Kindern nicht mehr auftreten.  

Übrigens: Die Ständige Impfkommission betont ausdrücklich, dass eine normale Erkältung NICHT dagegen spricht, wichtige Impfungen durchzuführen, so lange keine Zeichen einer schweren Erkrankung, wie z.B. Fieber vorliegen. Deshalb wird ein Kind vor jeder Impfung nochmal untersucht.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.

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Lassen Sie sich von unserem Vergissmeinnicht-Service an alle wichtigen U-Untersuchungen und Impftermine für Ihr Kind erinnern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quellen:
www.stiko.de (abgerufen am 6.10.2016)
Renz-Polter et al.: Gesundheit für Kinder, Kösel-Verlag 2014

Veröffentlichung: 18.10.2016 / HTR
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