Schwangerschaftsdiabetes:
Erst Lebensstiländerung, dann Insulin

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Diabetes bedeutet sowohl für die werdende Mutter als auch für das Kind ein Risiko: Das Kind wächst häufig zu schnell, Fehlbildungen des Herzens, eine Frühgeburt und Atemnot nach der Geburt können die Folge sein. Die Mutter kann zum Beispiel unter einer Krampfneigung (Präeklampsie), Ödemen und Nierenproblemen leiden. Die gute Nachricht: Frauen haben diese Risiken weitgehend selbst in der Hand.

Auch Schlanke sind betroffen

Rund 40% aller Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes sind schlank und haben auch keine anderweitigen Risiken, die Diabetes fördern würden. Deshalb ist es sehr wichtig, dass alle werdenden Mütter sich bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt vorsorglich untersuchen lassen.

Oft ist Insulin unnötig

Wird ein Diabetes festgestellt, heißt das aber noch lange nicht, dass Insulin gespritzt werden muss. An erster Stelle stehen eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung und der weitgehende Verzicht auf Süßigkeiten und Limonaden, um den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten. Außerdem gehören reichliche, möglichst tägliche Bewegung dazu und eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle. „Wenn eine Frau diese Maßnahmen entschieden und konsequent umsetzt, kann sie meist die Gefahren für ihr Baby und für sich abwenden“, erläutert Birgit Seelbach-Göbel, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, wird über eine Behandlung mit Insulin nachgedacht.

Und nach der Geburt?

Schwangerschaftsdiabetes verschwindet in aller Regel nach der Geburt von allein. Allerdings behalten Mutter und Kind ein erhöhtes Diabetes-Risiko zurück. Das trifft vor allem dann zu, wenn der Schwangerschaftsdiabetes nicht entdeckt und behandelt wurde.

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Ihr Gesundes-Kind-Team

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 2. März 2017

Veröffentlichung: 10.04.2017 / HTR
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