Von Blutschwamm bis Storchenbiss: Hautmale

Kommt ein Kind mit einem so genannten Storchenbiss oder einer anderen Hautveränderung zur Welt, ist dass leicht Anlass zur Sorge. In den meisten Fällen sind diese Veränderungen jedoch harmlos, wie die Stiftung Kindergesundheit kürzlich in einer Pressemeldung erläuterte.

Etwa jedes dritte Baby kommt mit einem "Storchenbiss" zur Welt. Dieses Geburtsmal findet sich am häufigsten an der Stirn oder an der unteren Haargrenze am Hinterkopf und muss nicht behandelt werden. Ebenfalls harmlos sind "Café-au-lait-Flecken" (klein bis handtellergroß, milchkaffeefarben, rund und meist scharf begrenzt) und "Mongolenflecken" (bläulich-schwarzer Farbe, meist im Kreuzbeinbereich). Auch "Leberflecke" (hellbraune Male, vor allem an Rücken, Bauch und Oberschenkeln) sind in der Regel kein Grund zur Besorgnis.

Leberflecke und Muttermale sollten trotzdem vom Hautarzt überwacht werden, weil bei bestimmten Arten durchaus das Risiko einer bösartigen Entwicklung besteht. Insbesondere so genannte "Tierfell-Male", Anhäufungen von Pigmentzellen und Haaren, können später entarten. Sie sollten deshalb schon im Kindesalter entfernt werden.

Die rote Farbe eines "Feuermals" (Naevus flammeus) wird durch vermehrt vorhandene und erweiterte kleinste Blutgefäße hervorgerufen. Die flachen, rosafarbenen, roten oder purpurnen Flecken kommen manchmal mitten auf der Stirn, im Nacken, auf beiden Lidern oder über dem Steißbein vor. Symmetrische Male bilden sich gewöhnlich bis zum Ende des zweiten Lebensjahres von selbst zurück. Halbseitige Feuermale dagegen, die die Mittellinie nicht überschreiten, bleiben oft ein Leben lang bestehen. Oberflächliche Feuermale können heute durch Lasertherapie kosmetisch zumindest positiv beeinflusst werden.

"Blutschwämmchen" (Hämangiome) bestehen ebenfalls aus erweiterten Blutgefäßen. Die hellroten bis dunkelblauen Male heben sich deutlich von der Haut ab und neigen dazu, sich in den ersten Monaten nach der Geburt langsam zu vergrößern. Sie bilden sich normalerweise bis zum Schulalter von selbst zurück. Der Verlauf lässt sich allerdings nicht vorhersagen. Es gibt auch Blutschwämme, die sich explosionsartig vergrößern und binnen weniger Tage oder Wochen gigantische Ausmaße annehmen.

Deshalb raten Experten heute eher zu einer frühzeitigen Behandlung. Bis vor kurzem waren Vereisung (Kontaktkryotherapie) oder Lasertherapie üblich. Seit dem Jahr 2008 wird jedoch bevorzugt das Herzmedikament Propanolol eingesetzt. Seine offizielle Zulassung für diese Anwendung wird voraussichtlich noch zwei bis drei Jahre dauern. Bis dahin kann es nur "off label", also in alleiniger Verantwortung der Ärzte und Eltern eingesetzt werden.

Was Sie tun können
Unabhängig davon, ob eine Hautveränderung die körperliche Gesundheit beeinträchtigt oder nicht, können Hänseleien und Schwierigkeiten Freunde zu finden, Kinder seelisch stark belasten. Experten raten deshalb, bei ästhetisch auffälligen Hautmalen möglichst bis zum Schulalter ein weitgehend normales Äußeres zu erreichen.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder direkt an das Gesundes-Kind-Ärzteteam: www.gesundes-kind.de/faq/expertenrat.jsp.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr Gesundes-Kind-Team

Quelle:
Pressemeldung der Stiftung Kindergesundheit, 23.07.2013 (http://idw-online.de/de/news544784)

Veröffentlichung: 25.10.2013 / HTR
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